In dieser Woche präsentieren sich im Kino diverse neue Filme. Regisseur Rodrigo García bringt in „Raymond & Ray“ zwei Halbbrüder, verkörpert von Ethan Hawke und Ewan McGregor, für eine Bestattung zusammen. Das britische Drama „Aftersun“ beleuchtet auf einfühlsame Weise die Beziehung zwischen einem Vater und seiner Tochter. Unterdessen verkörpert Sebastian Rudolph in „Falscher Hase“ einen Vater, der nach tragischen Ereignissen mit seiner Identität ringt. **Raymond & Ray** Rodrigo Garcias Film „Raymond & Ray“ startet mit einer besonderen Herausforderung: Die Halbbrüder Raymond (gespielt von Ethan Hawke) und Ray (Ewan McGregor) stehen vor der Aufgabe, das Grab ihres entfremdeten, autoritären Vaters eigenhändig auszuheben, was dessen letzter Wunsch war. Diese Verpflichtung führt sie in den Süden der Vereinigten Staaten, wo sie die Beisetzung organisieren müssen. Während ihrer Reise und der Trauerfeierlichkeiten kommen sich die beiden Brüder, deren Leben sich stark voneinander unterschieden haben, näher. Sie sind gezwungen, sich mit den Prägungen ihrer schwierigen Vergangenheit und der Beziehung zu ihrem Vater auseinanderzusetzen. Dieser melancholische Beitrag handelt vom Ringen zweier Männer, der Aufarbeitung einer komplizierten Vater-Sohn-Beziehung und der Chance auf einen Neubeginn. Ethan Hawke und Ewan McGregor glänzen in ihren Rollen und überzeugen durch ihre Chemie als Brüder. Es ist ein gefühlvolles Roadmovie, das auch Raum für humorvolle Momente bietet. **Aftersun** „Aftersun“, das beeindruckende Regiedebüt von Charlotte Wells, ist ein zartes, stilles und tief melancholisches Drama. Erzählt wird die Geschichte der elfjährigen Sophie (Frankie Corio), die sich zwanzig Jahre später an einen gemeinsamen Urlaub mit ihrem Vater Calum (Paul Mescal) erinnert. Ihre damaligen Aufnahmen mit einem Camcorder dienen ihr als Ausgangspunkt, um in ihren Erinnerungen zu schwelgen, die unweigerlich von der heutigen Perspektive eingefärbt sind. Daraus entwickelt sich ein sensibler und zutiefst berührender Film über die besondere Bindung zwischen Vater und Tochter sowie über all das, was unausgesprochen und verborgen bleibt. Sophie versucht, das Geheimnis ihres Vaters zu ergründen, dessen Leben vor ihrer Zeit ihr unbekannt war. Ein äußerst atmosphärisches Werk, getragen von zwei hervorragenden Hauptdarstellern. **Falscher Hase** In „Falscher Hase“ erleidet Tobias (Sebastian Rudolph) den Verlust seiner Frau und Kinder durch einen Unfall. Dieses tragische Ereignis wirft ihn völlig aus der Bahn und lässt ihn seine eigene Identität in Frage stellen. Er verstrickt sich in ein Netz aus Lügen, nimmt eine neue Rolle an und formt eine ungewöhnliche Ersatzfamilie. Jakob Lass inszeniert ein tragikomisches Drama über einen Mann, der versucht, sich neu zu definieren, dabei jedoch scheitert. Der Film ist reich an komischen Momenten und thematisiert die Absurdität der menschlichen Existenz. Er befasst sich mit den Themen Verlust, Identitätssuche und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Tod.