Juso-Chef Türmers radikale Steuerpläne empören Markus Lanz – Debatte um Vermögensabgabe
Im ZDF-Talk „Markus Lanz“ sorgte der Vorsitzende der Jusos, Philipp Türmer, mit progressiven Steuerreformvorschlägen für erstaunte und teils fassungslose Reaktionen. Insbesondere seine Forderung nach einer hundertprozentigen Erbschaftssteuer auf Vermögen über zwei Millionen Euro löste bei Moderator Markus Lanz großes Entsetzen aus.
Türmer begründete seine Position damit, dass er primär mit den „Reichsten der Reichen“ ein fundamentales Problem der sozialen Ungleichheit sehe. Zur Lösung dieses Problems präsentierte er konkrete Pläne: die Einführung einer jährlichen Vermögenssteuer ab einem Besitz von einer Million Euro sowie eine vollständige Erbschaftssteuer von 100 Prozent auf alles, was über zwei Millionen Euro liegt.
„Sie fordern eine Erbschaftssteuer von 100 Prozent? Das ist im Grunde eine Enteignung“, äußerte Lanz sichtlich schockiert. Er bemerkte, dass eine solche Vorstellung bei vielen Menschen, die sich mühsam etwas erarbeitet hätten, auf absolutes Unverständnis stoßen würde. Türmer konterte, es gehe ihm ausschließlich um die exorbitant hohen Vermögen, die nur einem winzigen Prozentsatz der Bevölkerung zugutekämen. Doch Lanz beharrte auf seiner Meinung: „Also, verzeihen Sie, für mich stellt das eine Enteignung dar. Das ist doch das typische Vorgehen in solchen Fällen.“
Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisierte Türmers Vorschlag ebenfalls scharf als „Enteignung“ und stellte die Frage, welche Botschaft man damit an die junge Generation sende. Auch CDU-Vorsitzender Friedrich Merz zeigte sich fassungslos. Er sei „entsetzt“ darüber, dass solche Positionen innerhalb der SPD überhaupt diskutiert würden. „Das ist eine Partei, die bis in die Neunzigerjahre einen sehr respektvollen Umgang mit Eigentum pflegte“, erinnerte Merz. Türmer verteidigte sich vehement gegen die Bezeichnung seiner Pläne als Enteignung. Er stellte klar, dass es sich um eine Erbschaftssteuer handele, die in diversen Staaten bereits erfolgreich angewandt werde und lediglich die „Reichsten der Reichen“ betreffe.