In Deutschland erwägt jeder fünfte junge Mensch, die Bundesrepublik zu verlassen. Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung deckt die Ursachen dieses Phänomens auf und zeigt, welche Länder dabei im Fokus stehen. Eine beachtliche Anzahl junger Menschen in Deutschland zieht eine Emigration in Betracht: Ein Fünftel der 14- bis 34-Jährigen, präzise 21 Prozent, beabsichtigt, ihren Wohnsitz ins Ausland zu verlagern. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen steigt dieser Anteil sogar auf 26 Prozent an. Diese Erkenntnisse stammen aus der „Jugend in Deutschland“-Studie 2024, welche diese Woche in Berlin präsentiert wurde. Die Beweggründe für die Auswanderungsabsichten sind vielschichtig. An vorderster Stelle steht die Erwartung besserer beruflicher Perspektiven und höherer Gehälter (59 Prozent). Die innenpolitische Situation in Deutschland (55 Prozent) trägt ebenfalls maßgeblich zu dieser Entscheidung bei, gefolgt von der allgemeinen Attraktivität anderer Länder (54 Prozent) und der Aussicht auf bessere Bildungschancen (43 Prozent). Bei den 14- bis 24-Jährigen ist der Auswanderungswunsch mit 19 Prozent etwas geringer ausgeprägt. Interessant ist, dass in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen fast ein Drittel (31 Prozent) die politischen Umstände als Hauptgrund für eine Abwanderung nennt, während es bei den jüngeren 14- bis 24-Jährigen 23 Prozent sind. Als bevorzugte Destinationen für potenzielle Auswanderer werden die Schweiz (30 Prozent), Österreich (23 Prozent) und die Vereinigten Staaten (20 Prozent) genannt. Auch Kanada (17 Prozent) und Spanien (15 Prozent) genießen hohe Beliebtheit. Die Verfasser der Studie üben zudem Kritik an der gegenwärtigen Bundesregierung und bescheinigen ihr Versäumnisse bei der Gestaltung der Zukunft Deutschlands. Simon Schnetzer, einer der Ko-Autoren der Untersuchung neben Klaus Hurrelmann, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Die amtierende Bundesregierung hat die wesentlichen Transformationsvorhaben nicht unter Kontrolle, was auch der jungen Generation deutlich wird.“ Er fügte hinzu: „Es werden zu viele Schwierigkeiten lediglich verwaltet, anstatt eine überzeugende Fortschrittsnarration zu bieten.“ Die Attraktivität des Landes habe in den letzten Jahren nachgelassen – sowohl für die einheimische Jugend als auch für internationale Fachkräfte. Im Rahmen dieser Studie wurden im Januar 2024 2040 Personen zwischen 14 und 34 Jahren befragt. Die Erhebung liefert repräsentative Ergebnisse für die entsprechende Alterskohorte in Deutschland.