Eine aktuelle Erhebung, durchgeführt vom Beratungsunternehmen "Trusted Health Products" in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut "OnePoll", liefert besorgniserregende Resultate: Rund ein Drittel der deutschen Patienten verhält sich im Gespräch mit dem Arzt nicht ehrlich. Die Motive hierfür sind unterschiedlich, reichen von Peinlichkeit bis zur Verharmlosung des eigenen Lebenswandels. Solch eine mangelnde Offenheit kann jedoch ernsthafte Konsequenzen für das persönliche Wohlbefinden nach sich ziehen. Die Untersuchung, an der 1000 deutsche Bürger teilnahmen, legt dar, dass viele Patienten es mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen. 34 Prozent der Befragten geben an, bereits einmal im Austausch mit ihrem Arzt gelogen oder Informationen zurückgehalten zu haben. Besonders häufig betrifft dies als "peinlich" empfundene Symptome, etwa Verdauungsprobleme oder sexuelle Funktionsstörungen, die verschwiegen oder heruntergespielt werden. Ebenso wird der Konsum von Tabak und Alkohol oft verharmlost oder gänzlich ausgelassen. Auch Angaben zum Körpergewicht oder zu Essgewohnheiten erfolgen nicht selten unzutreffend. Die Ursachen für diese Unaufrichtigkeit sind mannigfaltig. Als primärer Beweggrund wird Scham genannt (42 Prozent). Zahlreiche Patienten empfinden Scham bezüglich ihrer Beschwerden oder ihres Lebensstils und möchten sich beim Arzt nicht exponieren. Ein weiterer Faktor ist die Befürchtung einer unerfreulichen Diagnose (28 Prozent) oder einer erforderlichen, jedoch unliebsamen Behandlung (24 Prozent). Manche Patienten irren sich zudem in der Annahme, bestimmte Informationen seien für die Diagnosestellung unerheblich (18 Prozent), oder sie beabsichtigen schlicht, gesünder zu wirken, als sie tatsächlich sind (15 Prozent). Jedoch kann diese Unehrlichkeit weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn dem Arzt nicht alle pertinenten Informationen vorliegen, besteht das Risiko einer Fehldiagnose, einer unzureichenden Therapie oder sogar einer Verschlimmerung des Gesundheitszustandes. Medikamente könnten falsch dosiert oder gänzlich unpassend gewählt werden, und essenzielle Präventivuntersuchungen könnten versäumt werden. Im äußersten Fall kann fehlende Offenheit sogar lebensgefährlich sein. Für eine erfolgreiche therapeutische Maßnahme ist eine transparente und vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient von entscheidender Bedeutung. Patienten sollten sich vergegenwärtigen, dass Mediziner dazu ausgebildet sind zu helfen und nicht zu urteilen. Jede Information, selbst wenn sie unangenehm anmutet, kann für eine exakte Diagnose und die Auswahl der passenden Therapie ausschlaggebend sein. Lediglich mit einem umfassenden Überblick über die gesundheitliche Verfassung kann der Arzt die bestmögliche Betreuung sicherstellen und die Gesundung optimal fördern.