„Solange ich mich erinnern kann, gab es eine Ölkrise.“ Diese Aussage könnte von vielen Menschen meiner Generation stammen. Obwohl ich die erste Energieknappheit im Jahr 1973 lediglich als Kind miterlebte, hinterließen die Erzählungen meiner Eltern und Großeltern einen tiefen Eindruck bei mir. Seit diesem Zeitpunkt begleiten uns die Debatten über Energieunabhängigkeit und die Notwendigkeit einer umfassenden Energiewende. Jedoch blieben die entscheidenden Transformationen über lange Zeiträume hinweg aus. Der Konflikt in der Ukraine hat uns erneut unsere starke Abhängigkeit von fossilen Energieträgern drastisch vor Augen geführt. Plötzlich wird die Diskussion um Energieautarkie wieder intensiv geführt. Gleichzeitig verschärft sich die Klimakrise zunehmend, und die hohe Inflation belastet die Bevölkerung zusätzlich. Diese bemerkenswerte Konstellation aus Krise, kriegerischen Auseinandersetzungen und Klimawandel schafft einen einzigartigen Moment, um tatsächliche und nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Wir dürfen diese wertvolle Gelegenheit auf keinen Fall ungenutzt verstreichen lassen. Die Politik ist gefordert, verlässliche und klare Rahmenbedingungen zu schaffen, welche Investitionen in erneuerbare Energiequellen erheblich erleichtern und fördern. Auch jeder Einzelne kann einen wichtigen Beitrag leisten. Das übergeordnete Ziel muss sein, Österreich bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu gestalten und die Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Quellen umzustellen. Dies ist nicht nur aus ökologischer Sicht von größter Bedeutung, sondern bietet auch erhebliche ökonomische Vorteile und schafft zahlreiche neue Arbeitsplätze. Obwohl dies eine immense Herausforderung darstellt, verfügen wir heute über die nötigen Technologien und das relevante Wissen. Es bedarf nun Mut und den festen Willen zur konsequenten Umsetzung. Es ist an der Zeit, zu handeln, anstatt nur darüber zu reden.