Interne Ausschreibung im Wirtschaftsministerium sorgt für Bedenken: Externe Suche nach Kommunikationsberater für Habecks Stab irritiert Mitarbeiter
Im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wird aktuell nach einem Projektmanager oder einer Projektmanagerin im Bereich Kommunikationsmanagement für den persönlichen Stab von Bundesminister Robert Habeck gesucht. Diese befristete Position ist auf 18 Monate ausgelegt und sieht ein monatliches Bruttogehalt von bis zu 8.500 Euro vor. Die interne Ausschreibung, initiiert von S. Reiche, der Bereichsleiterin für "Management und Koordination der Ministeriumsleitung", hat innerhalb der Belegschaft des Ministeriums für beträchtliche Verwunderung gesorgt.
Zu den Aufgaben dieser Rolle gehört die Beratung der Ministeriumsleitung, der Staatssekretäre sowie des Abteilungsleiters des Leitungsstabes bezüglich der Kommunikationsstrategien für die Bewältigung der wirtschaftlichen Transformation und den Klimaschutz. Innerhalb der Mitarbeiterschaft stößt es auf Unverständnis, dass eine derart strategisch bedeutsame Stelle extern besetzt werden soll, zumal das Ministerium bereits erhebliche Summen für externe Beratungsleistungen aufwendet. Allein im Jahr 2022 wurden 44,5 Millionen Euro für externe Unterstützung in den Bereichen Kommunikation und Strategie ausgegeben.
Ministeriumsangehörige bezeichnen die Vorgehensweise als "fragwürdig", "irritierend" und "nicht nachvollziehbar". Sie äußern Bedenken hinsichtlich des Abflusses sensiblen Wissens an Außenstehende, möglicher Abhängigkeiten und der damit verbundenen hohen Kosten. Üblicherweise werden derartige Positionen von festangestellten Beamten oder internen Mitarbeitern besetzt, was die Kontinuität des institutionellen Gedächtnisses und die Loyalität sichert.
Das Ministerium verteidigt seine Entscheidung mit dem Argument, schnell hochqualifizierte und erfahrene Fachkräfte für zeitlich befristete, projektbezogene Aufgaben gewinnen zu wollen. Diese Herangehensweise sei aufgrund des hohen Bedarfs und begrenzter interner Kapazitäten erforderlich. Zudem wird betont, dass die Stelle ausdrücklich nur für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen ist.
Ein Sprecher des Ministeriums führte aus, dass derartige befristete externe Personalbeschaffungen in der Bundesverwaltung "nicht unüblich" seien, um Arbeitsspitzen oder spezielle Projektanforderungen zu bewältigen. Interne Quellen widersprechen dieser Darstellung jedoch und argumentieren, dass, während externe Unterstützung für spezifische Fachaufgaben gängig ist, die Besetzung einer derart zentralen strategischen Beraterposition durch eine externe Person als äußerst ungewöhnlich empfunden wird und von der üblichen Praxis abweicht. Die Ausschreibung erfolgt intern innerhalb der Bundesverwaltung (beispielsweise über Interamt) und ist nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich.