Instagram sperrt vorübergehend Profile von Berliner Sex-Positiv-Clubs Kitkat und Insomnia
In den letzten Tagen wurden die Instagram-Profile des renommierten Berliner KitkatClubs sowie des Insomnia vorübergehend deaktiviert. Als offizielle Begründung nannte Instagram eine Übertretung der hauseigenen Gemeinschaftsrichtlinien. Die betroffenen Clubs reagierten mit deutlicher Kritik und interpretierten die Maßnahmen als Teil einer umfassenderen Zensurkampagne.
Der Zugang zum Instagram-Konto des KitkatClubs war am Samstag, dem 16. März, unterbrochen. Nutzerinnen und Nutzer erhielten die Benachrichtigung, dass das Konto „aufgrund eines Verstoßes gegen unsere Gemeinschaftsrichtlinien deaktiviert“ worden sei.
Michael Teufele, der Betreiber des Kitkat, kommentierte den Vorfall auf Facebook und bezeichnete die Sperrung als Zensurakt. Er äußerte sich besorgt über eine „puritanische, menschenverachtende Säuberungswelle“ und stellte klar, dass auf dem gesperrten Instagram-Profil ausschließlich Veranstaltungsankündigungen und allgemeine Mitteilungen, keineswegs aber freizügige Inhalte geteilt wurden.
Es wird berichtet, dass Instagram seit Januar 2024 verstärkt Profile, die erotische oder Fetisch-Inhalte präsentieren, entfernt hat.
Am Montag, dem 18. März, war ebenfalls das Insomnia-Konto für mehrere Stunden nicht zugänglich, wobei eine vergleichbare Begründung angegeben wurde.
Die beiden betroffenen Einrichtungen beanstandeten die mangelnde Transparenz im Vorgehen von Instagram und dessen Muttergesellschaft Meta. Teufele vom Kitkat warf Meta vor, eine „moralisch verwerfliche Mission“ zu verfolgen, die sich spezifisch gegen die sexpositive Kultur richte.
Einrichtungen wie der KitkatClub und das Insomnia sind essenziell für die Clubszene Berlins und ziehen gleichermaßen ein internationales Publikum an. Sie stehen exemplarisch für sexuelle Freiheit und individuelle Selbstbestimmung.
Die Problematik der Account-Sperrungen ist keine Neuheit. Bereits im Jahr 2023 gab es eine Reihe von Deaktivierungen, von denen auch Künstler und Musiker betroffen waren. Sogar das Berghain-Konto wurde im Jahr 2022 kurzzeitig gesperrt.
Die Hauptkritik zielt auf Metas intransparente Algorithmen und die unzureichende Inhaltsmoderation ab. Die von den Sperrungen Betroffenen verlangen mehr Transparenz und einen konstruktiven Dialog.
Obwohl Metas Richtlinien explizite sexuelle Inhalte untersagen, existieren Interpretationsspielräume im Hinblick auf künstlerische oder sexpositive Ausdrucksformen.
Die temporären Account-Sperrungen haben auch finanzielle Konsequenzen, da Instagram für diese Clubs ein entscheidendes Marketingwerkzeug darstellt.
Es wird die Sorge geäußert, dass solche Maßnahmen eine Kultur der Stigmatisierung verstärken und die Arbeit von Clubs, die sich für sexpositive Inhalte engagieren, unnötig behindern.