Inflationsausgleichsprämie: Handwerksverband spürt 'Sturm der Entrüstung'
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) nimmt eine erhebliche Enttäuschung unter seinen Mitgliedsunternehmen hinsichtlich der Inflationsausgleichsprämie wahr. „Bei unseren Handwerkerinnen und Handwerkern registrieren wir einen regelrechten Sturm der Entrüstung“, äußerte ZDH-Präsident Jörg Dittrich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Die Bundesregierung führte diese Prämie von maximal 3000 Euro ein, die von Steuern und Abgaben befreit ist, mit dem Ziel, die finanziellen Auswirkungen der hohen Inflation auf Arbeitnehmer abzufedern.
Dittrich merkte an: „Hiermit hat die Bundesregierung jedoch irrige Erwartungen geweckt. Zahlreiche Handwerksunternehmen sind schlichtweg nicht in der Lage, diese Prämie auszuzahlen. Trotzdem entsteht bei den Mitarbeitern die Annahme, diese Vergütung zu erhalten.“ Dies stelle eine zusätzliche Bürde für die Unternehmen dar.
Er verwies auf die angespannte ökonomische Situation im Handwerk. Erhöhte Energiekosten, gestiegene Preise für Materialien und Rohstoffe sowie erheblich höhere Personalkosten belasten die Betriebe bereits beträchtlich. „Die Unternehmen sind in einer äußerst prekären Lage“, so Dittrich.
Während große Konzerne diese Prämie auszahlen, die Politik wiederholt die steuerfreie Option betont und viele Arbeitnehmer erwarten, dass ihr Arbeitgeber eine entsprechende Geste macht, geraten Handwerksbetriebe unter erheblichen Druck.
„Manche fühlen sich schuldbeladen, da sie die Prämie schlichtweg nicht aufbringen können“, erklärte der ZDH-Präsident. „Das erzeugt eine tiefe Frustration.“ Die Politik ignoriere hierbei die Wirklichkeit der kleinen und mittleren Unternehmen, deren finanzielle Spielräume eingeschränkt sind.
Eine kürzlich durchgeführte ZDH-Umfrage unter etwa 13.000 Unternehmen zeigte, dass sich die Geschäftslage der Handwerksbetriebe im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr merklich verschlechtert hat. Sechs von zehn Unternehmen verzeichneten einen Rückgang ihrer Gewinne, während lediglich jeder zehnte Betrieb seine Ertragslage verbessern konnte. „Dass wir dann bei einer eigentlich freiwilligen Leistung derart unter Druck gesetzt werden, ist einfach inakzeptabel“, betonte Dittrich.