Die deutschen Ökonomen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) haben ihre Konjunkturprognose für die Bundesrepublik erheblich nach unten korrigiert. Sie sehen das Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr 2024 bei lediglich 0,1 Prozent. Für das kommende Jahr 2025 wird ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, während für 2026 eine Steigerung auf 0,9 Prozent prognostiziert wird. Ursprünglich hatten die Wissenschaftler für 2024 ein Wachstum von 0,3 Prozent und für 2025 von 1,2 Prozent vorausgesagt. Dies bedeutet eine deutliche Anpassung der Erwartungen. Die Hauptursachen für diese gedämpften Aussichten liegen laut IMK in der weiterhin hohen Inflation, den angehobenen Leitzinsen, den gestiegenen Energiepreisen sowie einer global schwächelnden Nachfrage. Diese Faktoren belasten die Entwicklung der deutschen Wirtschaft erheblich. Zwar wird eine langsame Erholung des privaten Konsums erwartet, jedoch fallen die Impulse hieraus geringer aus als erhofft. Auch bei den Ausrüstungsinvestitionen und Exporten wird eine spürbare Belebung nur schrittweise eintreten. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK, merkte an, dass die deutsche Wirtschaft auch im ersten Quartal 2024 noch keine starke Dynamik zeigen werde, bedingt durch diese anhaltenden Belastungen. Obwohl die Inflationsrate voraussichtlich weiter sinken und die Reallöhne steigen werden, bleibt die Erholung der Kaufkraft und damit des Konsums verhalten. Eine wesentliche Verbesserung der Situation wird erst für die zweite Jahreshälfte erwartet, jedoch auf einem insgesamt niedrigeren Niveau als bislang angenommen. Für das Jahr 2024 wird ein Anstieg der Verbraucherpreise um durchschnittlich 2,4 Prozent prognostiziert. In den Jahren 2025 und 2026 soll die Inflationsrate dann jeweils auf 2,0 Prozent zurückgehen. Der Arbeitsmarkt hingegen erweist sich weiterhin als robust. Die Arbeitslosenquote wird für das laufende Jahr bei 5,8 Prozent erwartet und soll bis 2026 leicht auf 5,5 Prozent sinken. Die Zahl der Erwerbstätigen soll in diesem Zeitraum von 45,9 Millionen auf 46,2 Millionen ansteigen. Die einzelnen Komponenten des Wirtschaftswachstums stellen sich wie folgt dar: Der private Konsum soll 2024 um 0,8 Prozent zulegen, gefolgt von 1,3 Prozent im Jahr 2025 und 1,7 Prozent im Jahr 2026. Die Ausrüstungsinvestitionen werden 2024 voraussichtlich um 0,6 Prozent schrumpfen, sich aber in den Folgejahren mit +1,8 Prozent (2025) und +2,5 Prozent (2026) erholen. Die Exporte zeigen ebenfalls ein schwaches Bild für 2024 mit einem Rückgang um 1,3 Prozent, bevor sie 2025 um 1,6 Prozent und 2026 um 2,7 Prozent wachsen sollen. Die Staatsausgaben werden 2024 um 0,5 Prozent sinken, um dann 2025 um 0,4 Prozent und 2026 um 0,5 Prozent wieder zu steigen.