Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat sich entschieden gegen staatliche Interventionen zur Senkung der Kraftstoffpreise ausgesprochen. Er äußerte die Befürchtung, dass derartige Maßnahmen sich letztlich als kontraproduktiv erweisen und die Kosten für die Verbraucher sogar noch steigern könnten, wie er am Donnerstag in München erklärte. Fuest erläuterte, dass das Reduzieren von Steuern oder das Bereitstellen von Subventionen an der Zapfsäule nicht zwangsläufig zu günstigeren Preisen führen müsse. Vielmehr bestünde die Gefahr, dass eine durch künstlich verbilligten Kraftstoff angekurbelte Nachfrage die Preise weiter nach oben treiben würde. Er merkte an, dass dies primär den Ölkonzernen zugutekäme und zudem über zusätzliche Staatsschulden finanziert werden müsste, was wiederum die Inflation zusätzlich anfachen würde. Die hohen Preise für Kraftstoffe sieht der Ifo-Chef als ein deutliches Signal für die Notwendigkeit, den Verbrauch zu drosseln. Angesichts der aktuellen Energiekrise und der ambitionierten Klimaziele sei eine Reduzierung des Spritverbrauchs ein wünschenswerter Effekt. Demnach würden staatliche Eingriffe, die dieses wichtige Preissignal verzerren, diesem grundlegenden Ziel entgegenwirken. Anstelle pauschaler Entlastungen für alle Autofahrer befürwortet Fuest gezielte Hilfen für einkommensschwächere Haushalte. Direkte Geldleistungen, so Fuest, wären ein effektiveres Instrument, um die finanzielle Last zu mildern, ohne dabei die Marktmechanismen zu stören oder unerwünschte Nebenwirkungen hervorzurufen. In diesem Zusammenhang kritisierte er den früheren "Tankrabatt" als eine sowohl kostspielige als auch ineffektive Maßnahme. Obwohl die hohen Energiepreise eine erhebliche Belastung für Haushalte und Unternehmen darstellen, sei es die Aufgabe der Politik, differenziert und zielgerichtet zu agieren. Er warnte davor, auf populistische Maßnahmen zu setzen, die letztlich niemandem wirklich nützen, so Fuest abschließend.