Hohes Sparpotenzial: Die meisten Deutschen könnten mit einfachen Wechseln sofort Geld sparen
Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens EY offenbart ein beträchtliches, oft ungenutztes Sparpotenzial in deutschen Haushalten. Demnach könnten drei Viertel der Bundesbürger – genauer 75 Prozent – ihr verfügbares Einkommen unmittelbar steigern. Im Durchschnitt belaufen sich diese potenziellen Einsparungen auf beachtliche 840 Euro pro Jahr, wobei für manche sogar bis zu 1200 Euro realistisch wären.
Dieses erhebliche Finanzpolster ließe sich primär durch die Überprüfung und Optimierung bestehender Verträge erzielen. Dazu zählen Bereiche wie Versicherungen, Bankdienstleistungen, Stromversorgung, Internetzugang und Mobilfunkverträge. Trotz dieser klaren finanziellen Vorteile bleiben viele Verbraucher ihren derzeitigen Anbietern treu. Ursachen hierfür sind oft Bequemlichkeit, etablierte Gewohnheiten, die empfundene Komplexität eines Wechsels oder schlichtweg ein Mangel an Zeit, um Alternativen zu vergleichen.
Die Analyse der Studienautoren zeigt detailliert auf, wo die größten Einsparmöglichkeiten liegen: Rund 32 Prozent der Deutschen könnten ihre Stromkosten senken, im Schnitt um 261 Euro jährlich. Bei den Versicherungen könnten 29 Prozent durchschnittlich 256 Euro einsparen. Mobilfunkverträge bieten für 28 Prozent der Befragten ein Potenzial von durchschnittlich 154 Euro, während 24 Prozent ihre Internetkosten um etwa 169 Euro reduzieren könnten. Selbst bei den Bankgebühren sehen 23 Prozent die Möglichkeit, durchschnittlich 160 Euro zu sparen.
Interessanterweise sind es vor allem jüngere Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, Personen mit einem höheren Nettoeinkommen von über 4000 Euro, Akademiker und Stadtbewohner, die aktiver nach besseren Konditionen suchen und ihre Anbieter wechseln.
Die Gründe für die Untätigkeit der Mehrheit sind vielfältig: Über die Hälfte (53 Prozent) gibt an, mit ihrem aktuellen Anbieter zufrieden zu sein. Knapp dahinter folgen der Mangel an Zeit (42 Prozent) und die als zu aufwendig empfundene Vergleichs- und Wechselprozedur (31 Prozent). Ein Viertel (27 Prozent) fürchtet zudem, eine falsche Entscheidung zu treffen.
Michael Vogel, Finanzexperte bei EY, kommentiert diese Ergebnisse: "Viele Deutsche lassen sprichwörtlich Geld auf der Straße liegen." Er betont die tief verwurzelte Gewohnheit, bei bekannten Anbietern zu bleiben, auch wenn weitaus vorteilhaftere Optionen verfügbar wären. Vogel ermutigt die Verbraucher, ihre Verträge regelmäßig zu überprüfen und weist darauf hin, dass der Vergleich und Wechsel heutzutage oft einfacher und schneller ist, als viele annehmen. Ein geringer Aufwand könne erhebliche finanzielle Vorteile mit sich bringen.