Angesichts von Hitzewellen, starken Regenfällen und dem Verlust der Artenvielfalt ergreifen Gemeinden in Hessen Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels. Sie fordern ihre Einwohner auf, versiegelte Flächen – wie Pflasterungen, Beton- oder Asphaltflächen – zu entfernen und diese stattdessen mit Grün zu bepflanzen. Jeder noch so kleine Bereich ist dabei von Bedeutung. Umfangreich versiegelte Bereiche wie große Terrassen, Parkplätze oder Zufahrten tragen nicht nur zu einer erhöhten Hitzeentwicklung in urbanen und besiedelten Gebieten bei, sondern verhindern auch das Eindringen von Niederschlagswasser in den Boden. Die Konsequenzen sind bei heftigen Regenfällen überforderte Abwassersysteme und während längerer Trockenperioden ein abnehmender Grundwasserspiegel. Dies soll nun aktiv korrigiert werden. Verschiedene Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis, darunter Linsengericht, Bad Soden-Salmünster und Gelnhausen, haben sich dieser Initiative angeschlossen, wie die Hessenschau berichtete. Auch die Stadt Hanau setzt mit ihrer Kampagne „Grünes Hanau – Gemeinsam Grün gestalten“ auf die aktive Beteiligung ihrer Bewohner. Die Vorteile sind offensichtlich: „Grünflächen tragen maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität bei“, erklärt Umweltdezernentin Eva Kühne-Hörmann. Pflanzen und Bäume liefern Schatten und senken die Umgebungstemperatur. Sie reinigen die Luft von Staub und Schadstoffen, was die Atemluftqualität steigert. Zudem schaffen sie Habitate für Insekten und Vögel und unterstützen somit die Biodiversität. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) stellt auf seiner Internetseite umfassende Informationen und Anregungen zur Entsiegelung und anschließenden Begrünung bereit. Darüber hinaus können finanzielle Förderungen in Anspruch genommen werden. Beispielsweise gewährt Linsengericht einen Zuschuss von bis zu 250 Euro für privat durchgeführte Maßnahmen. In Bad Soden-Salmünster werden Pflanzaktionen, Beratungsdienste und Informationsmaterialien angeboten. Gelnhausen verankert das Thema fest in seiner Stadtentwicklung, während Hanau die Wichtigkeit von „Grünes Hanau“ für ein optimiertes Stadtklima und eine gesteigerte Lebensqualität hervorhebt. Die Kommunen möchten die Bürgerinnen und Bürger dazu anregen, selbst geringfügige Flächen zu entsiegeln und zu bepflanzen. Jeder einzelne Quadratmeter ist entscheidend, um die Städte und Gemeinden robuster gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu gestalten und die Lebensqualität für die gesamte Bevölkerung zu steigern.