Am Mittwochabend startete Hamburg seine offizielle Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2024 mit einer festlichen Veranstaltung in der Fischauktionshalle. Mehr als tausend geladene Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Wirtschaft kamen unter dem Slogan „Wir sind Hamburg“ zusammen, um ihre Unterstützung und ihren Enthusiasmus für dieses ambitionierte Vorhaben zu demonstrieren. Die musikalische Untermalung lieferte die NDR Bigband. Bekannte Sportgrößen wie Heike Drechsler und Britta Steffen verliehen der Veranstaltung zusätzliche Strahlkraft. Bürgermeister Olaf Scholz und Michael Otremba, der Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft, stellten die Vision einer kompakten, nachhaltigen und eng mit dem Wasser verbundenen Olympia-Ausrichtung vor, die zentral im Stadtgebiet angesiedelt wäre. Ihre Präsentation war geprägt von Optimismus. Im Zentrum des Hamburger Konzepts steht das Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“. Die Planung sieht vor, das Olympische Dorf, das Medienzentrum sowie viele Wettkampfstätten auf dem Kleinen Grasbrook, einem ehemaligen Industrieareal, zu konzentrieren, um dessen Neubelebung voranzutreiben. Bereits existierende Sportstätten wie das Volksparkstadion und die o2-World (heute Barclays Arena) sollen dabei zum Einsatz kommen, um Ausgaben zu reduzieren und eine zukunftsfähige Infrastruktur zu sichern. Der Fokus liegt zudem stark auf der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Es sind keine neuen Straßen oder Autobahnen geplant; stattdessen sollen Sportler, Zuschauer und Offizielle umweltbewusst mittels Bus, Bahn und Fähre transportiert werden. Die Bewerbung betont auch das Versprechen von „Spielen für alle“ und einer umfassenden Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Die veranschlagten Gesamtkosten von 7,4 Milliarden Euro, wovon 1,2 Milliarden aus öffentlichen Geldern stammen sollen, werfen jedoch kritische Fragen auf. Gegner der Bewerbung, wie die Initiative „NOlympia“, äußern Bedenken hinsichtlich einer möglichen finanziellen Überlastung der Stadt und zweifeln den Mehrwert für die Bevölkerung an. Die bedeutendste Herausforderung stellt das im November anstehende Referendum dar. Die Zustimmung der Hamburger Bevölkerung ist dabei von entscheidender Bedeutung. Im Gegensatz zu Berlin, das im Jahr 2000 bei einer vergleichbaren Bewerbung eine Zustimmungsquote von 85 Prozent erreichte, muss Hamburg seine Einwohnerschaft noch von den Vorteilen überzeugen. Fällt das Referendum zugunsten der Kandidatur aus, wäre der nächste Schritt die offizielle Einreichung der Bewerbung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Im Falle einer nationalen Auswahl würde Hamburg anschließend in den internationalen Wettstreit um die Zusage des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) treten.