Grünen-Chefin unterstellt CDU-Politiker Aussage – hitzige Debatte bei „Hart aber fair“
In einer aktuellen Ausgabe der ARD-Diskussionssendung „Hart aber fair“ kam es zu einem heftigen Wortgefecht zwischen der Bundesvorsitzenden der Grünen, Ricarda Lang, und dem CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung standen Hilfsleistungen für die Ukraine und mögliche Wege zu einer Friedenslösung.
Ricarda Lang warf Norbert Röttgen vor, er habe angedeutet, dass die angestrebte NATO-Mitgliedschaft der Ukraine der eigentliche Auslöser für die russische Invasion gewesen sei. Aus dieser vermeintlichen Haltung, so Langs Interpretation, könnte gefolgert werden, dass die Ukraine territoriale Zugeständnisse machen müsste, um einen Frieden zu erzielen.
Röttgen reagierte auf diese Unterstellung mit deutlicher Verärgerung. Er bezeichnete die Behauptung als „falsch und eine widerliche Verleumdung“ und betonte, solche Aussagen niemals getätigt zu haben. Er stellte klar, dass Wladimir Putin die Perspektive einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine zwar als Vorwand für den Krieg instrumentalisiert habe, dies jedoch keinesfalls die Invasion rechtfertige. Des Weiteren hob Röttgen hervor, dass ein Verzicht auf ukrainisches Territorium zugunsten eines Friedens „inakzeptabel“ und „moralisch verwerflich“ sei. Er bekräftigte, dass ein Sieg der Ukraine im deutschen Interesse liege.
Zur Klärung der Situation schaltete sich Moderator Louis Klamroth ein und spielte einen Ausschnitt eines Interviews mit Röttgen aus dem Jahr 2022 ein. In diesem Video erläuterte Röttgen, dass Putins Handlungen von der „Ansprache an die NATO“ beeinflusst gewesen seien, wobei Putin dies als „casus belli“ (Kriegsgrund) missverstanden habe. Er verdeutlichte jedoch ausdrücklich, dass dies keine Berechtigung für Putins Krieg darstelle und das Recht der Ukraine auf Selbstbestimmung unantastbar sei. Zudem bekräftigte er in dem Clip, dass ein Abtreten von Gebieten für einen Frieden „moralisch unhaltbar“ sei.
Der eingespielte Beitrag bestätigte Röttgens Darstellung, dass er weder eine Gebietsabtretung befürwortet noch die Ukraine für den Konflikt verantwortlich gemacht habe. Er sah sich durch den Clip in seiner Position vollumfänglich bestätigt.
Lang räumte daraufhin ein, dass sie Röttgen nicht die Rechtfertigung des Krieges unterstellen wollte. Sie argumentierte jedoch, dass seine ursprünglichen Formulierungen als Grundlage dienen könnten, um Forderungen nach territorialen Opfern von der Ukraine zu erheben. Röttgen bekräftigte nochmals, dass ein solcher Gebietsverzicht für ihn moralisch undenkbar sei. Das intensive Wortgefecht illustrierte die anhaltenden Spannungen in der Debatte um die Unterstützung der Ukraine und die Suche nach tragfähigen Friedenslösungen.