Die Partei Bündnis 90/Die Grünen vollzieht eine Umorientierung ihrer Perspektive auf die nationale Sicherheit und die demokratischen Werte in Deutschland. Jahrzehntelang war ihre politische Linie stark vom Pazifismus geprägt. Angesichts einer sich wandelnden Weltlage – gekennzeichnet durch den Konflikt in der Ukraine, die globale Klimakrise und die wachsende Spaltung der Gesellschaft – sehen sich die Grünen jedoch veranlasst, ihre bisherigen Standpunkte kritisch zu überdenken und anzupassen. Die Partei betont nun, dass das Konzept von Sicherheit weit über militärische Aspekte hinausreicht. Es umfasst essenzielle Bereiche wie die Gewährleistung der Energie- und Ernährungsversorgung sowie den wirksamen Schutz demokratischer Einrichtungen. Deutschland steht demnach sowohl im Inneren als auch in seinen internationalen Beziehungen vor einer Vielzahl komplexer Problemstellungen, die ganzheitliche Lösungsansätze erfordern. Infolgedessen treten die Grünen für eine robustere Ausstattung der Bundeswehr ein. Diese Stärkung soll jedoch konsequent in europäische Verteidigungsstrukturen integriert werden und sich primär auf die Fähigkeit zur Landesverteidigung sowie auf präventive Maßnahmen zur Krisenbewältigung konzentrieren. Gleichzeitig äußern sie Bedenken hinsichtlich der Unterminierung demokratischer Verfahren durch gezielte Desinformation und extremistische Bewegungen. Die Partei fordert eine widerstandsfähige Zivilgesellschaft, die befähigt ist, diesen mannigfaltigen Bedrohungen entgegenzutreten und die demokratischen Prinzipien aktiv zu bewahren. Diese veränderte Haltung spiegelt sich auch in internen Diskussionen wider, in denen pragmatische Lösungsansätze zunehmend Vorrang vor traditionellen ideologischen Positionen erhalten.