Gravierende Baufehler legen neuen Sportplatz am Münchner Asam-Gymnasium still
Die im Jahr 2021 eingeweihte Sportanlage des Asam-Gymnasiums in München ist seit April 2023 vollständig außer Betrieb. Der Grund hierfür sind erhebliche Baumängel, die eine sichere Nutzung unmöglich machen. Dies hat zur Folge, dass sowohl Schülerinnen und Schüler als auch ansässige Sportvereine die dringend benötigten Anlagen nicht nutzen können.
Betroffen ist die gesamte, für den Schulsport und Vereinssport konzipierte Infrastruktur, darunter eine Laufbahn, eine Weitsprunggrube, eine Kugelstoßanlage sowie ein Kunstrasenplatz. Alle diese Bereiche weisen Mängel auf.
Besonders gravierend sind die Befunde an der Laufbahn, die von zahlreichen Mulden und Löchern durchzogen ist. Der Kunstrasenplatz hingegen präsentiert sich uneben und birgt speziell bei Nässe oder Frost erhöhte Unfallgefahren, was die Sicherheit der Nutzer stark beeinträchtigt.
Das Münchner Baureferat hat die Sperrung bestätigt und von "erheblichen Mängeln" gesprochen, die ein Sicherheitsrisiko darstellen. Eine umfassende Sanierung sei demnach unumgänglich, um die Anlage wieder nutzbar zu machen.
Die Entstehung dieser Probleme ist in einer langen und komplexen Projektgeschichte begründet. Schon 2005 begannen die Planungen für die Sportstätte, deren Bau erst zwischen 2017 und 2018 erfolgte und schließlich 2021 abgeschlossen wurde. Die Kosten für die Sportanlage beliefen sich auf rund 3,8 Millionen Euro und waren Teil einer umfassenden Schulsanierung im Wert von insgesamt 100 Millionen Euro.
Bereits vor der offiziellen Abnahme wurden erste Mängel an der Anlage festgestellt. Trotzdem wurde die Sportstätte für den Gebrauch freigegeben. Eine detaillierte Abnahmeinspektion im Oktober 2022 bestätigte die zuvor dokumentierten Mängel. Daraufhin wurde die verantwortliche Baufirma zur Nachbesserung aufgefordert. Da jedoch keine Maßnahmen ergriffen wurden und die Sicherheitsbedenken zunahmen, erfolgte schließlich die komplette Schließung.
Aktuell ist die Stadtverwaltung damit beschäftigt, das genaue Ausmaß der Schäden zu ermitteln und ein Ausschreibungsverfahren für die notwendigen Sanierungsarbeiten vorzubereiten. Es wird erwartet, dass die Reparaturen mehrere Monate in Anspruch nehmen und die Anlage möglicherweise erst im Frühjahr 2025 wieder zur Verfügung stehen wird. Die Kosten für diese Sanierung sollen dem ursprünglichen Bauunternehmen in Rechnung gestellt werden, wobei juristische Auseinandersetzungen den Prozess potenziell verzögern könnten.
Für das Asam-Gymnasium und die angeschlossenen Sportvereine bedeutet die Sperrung eine große Herausforderung. Sie müssen auf oft weit entfernte und provisorische Ausweichmöglichkeiten zurückgreifen, was den Trainings- und Schulbetrieb erheblich erschwert. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler, die sich auf die neue Anlage gefreut hatten, sind von der Situation enttäuscht.