Globale Ölpreise unter doppeltem Druck: Opec-Kürzungen und Trumps Nahost-Politik
Derzeit verzeichnet der Ölpreis einen signifikanten Anstieg, der hauptsächlich auf zwei entscheidende Faktoren zurückzuführen ist: Erstens die Entscheidung der sogenannten OPEC+-Staaten, ihre Förderkürzungen bis zum Jahresende 2020 zu verlängern, und zweitens die Nahost-Strategie des US-Präsidenten Trump. Sowohl die Notierungen für Brent-Rohöl als auch für WTI legen demzufolge deutlich zu.
Die Allianz der OPEC-Länder und ihrer Verbündeten, darunter Russland, hat sich auf die Fortführung einer täglichen Förderreduzierung von 1,2 Millionen Barrel bis Ende 2020 verständigt. Darüber hinaus hat Saudi-Arabien angekündigt, seine Produktion freiwillig um weitere 400.000 Barrel pro Tag zu drosseln. Dies führt zu einem Gesamtdefizit von 1,6 Millionen Barrel auf dem Weltmarkt. Marktexperten gehen davon aus, dass Saudi-Arabien diese Maßnahmen beibehalten wird, um den Ölpreis zu stabilisieren.
Auch die Politik von US-Präsident Trump spielt eine wesentliche Rolle. Er hat in den letzten Wochen die Spannungen mit dem Iran durch die Verhängung neuer Sanktionen intensiviert. Hinzu kommen die Angriffe auf Tanker in der wichtigen Straße von Hormus sowie Attacken auf saudi-arabische Ölanlagen. Diese geopolitischen Unsicherheiten tragen ebenfalls maßgeblich zur Verteuerung des Rohöls bei.
Analysten von Goldman Sachs prognostizieren einen durchschnittlichen Brent-Ölpreis von 60 US-Dollar pro Barrel bis Ende 2020. Die Commerzbank sieht den Brent-Preis zum Jahresende bei 65 US-Dollar pro Barrel, während die Bank of America Merrill Lynch für 2020 ebenfalls einen Durchschnittspreis von 60 Dollar pro Barrel für Brent erwartet.
Die steigenden Ölpreise wirken sich unmittelbar auf die Kraftstoffkosten an den Zapfsäulen aus und könnten potenziell eine Belastung für die Konjunktur darstellen.
An der Börse zeigte sich der DAX im frühen Handel leicht im Plus und überschritt die Marke von 12.900 Punkten, begünstigt durch eine generell positive Stimmung an den globalen Aktienmärkten. Bei den Einzelwerten verzeichneten RWE-Aktien leichte Einbußen, nachdem ein Gericht eine teilweise Aufhebung der Genehmigung für den Hambacher Forst beschloss. Im Gegensatz dazu legten die Anteile der Deutschen Bank nach der Meldung über eine Aufstockung durch einen Großinvestor zu, ebenso wie die Aktien von Daimler.
Der Goldpreis blieb stabil, während der Euro gegenüber dem US-Dollar geringfügig schwächer notierte.