Gladbachs RB-Protest: Bier- und Bratwurst-Verweigerung als neue Fan-Aktion
Die Anhänger von Borussia Mönchengladbach beabsichtigen eine ungewöhnliche Form des Protests gegen RB Leipzig. Statt ihre Mannschaft wie gewohnt zu unterstützen, wollen sie beim bevorstehenden Heimspiel gegen den sächsischen Club gezielt auf den Erwerb von Stadionverpflegung, wie etwa Bier und Bratwurst, verzichten.
Diese von verschiedenen Fangruppierungen, darunter die Ultra-Gruppierung „Sottocultura“, initiierte Kampagne richtet sich gegen das Geschäftsmodell von RB Leipzig. Aus Sicht der Gladbacher Fans stellt RB Leipzig kein traditionelles Fußballunternehmen dar, sondern ein reines Marketinginstrument des Red-Bull-Konzerns. Sie beanstanden das Fehlen einer gewachsenen Historie und die fortlaufende Kommerzialisierung des Sports.
Der Boykott soll eine deutliche Botschaft senden. Durch das Ausbleiben von Einnahmen aus dem Catering möchten die Fans nicht nur symbolisch ihre Nicht-Anerkennung von RB Leipzig als „echten“ Verein zum Ausdruck bringen, sondern auch versuchen, finanzielle Auswirkungen zu erzielen, obgleich die direkten Einnahmenflüsse zwischen Heim- und Gastverein komplex sind. Das übergeordnete Ziel ist es, das „Fußballfest“ rund um die Begegnung nicht mit einem Gegner zu teilen, den sie grundsätzlich ablehnen.
Bereits in der Vergangenheit haben Gladbach-Anhänger mehrfach gegen RB Leipzig demonstriert. Dazu zählten Plakataktionen, Schweigeminuten oder auch das Fernbleiben von Auswärtsspielen in Leipzig. Der nun geplante Boykott der Stadionverpflegung repräsentiert eine neuartige Manifestation des Widerstands.
Die Protestaktion spiegelt eine umfassendere Debatte im deutschen Fußball wider, bei der zahlreiche traditionelle Vereine und ihre Anhängerschaft die zunehmende Kommerzialisierung und das Eindringen von Konzernen in den Sport kritisch beäugen. Mönchengladbach, selbst ein Verein mit tiefer Tradition und ausgeprägter Fankultur, gilt hier als Repräsentant der „alten Schule“.
Es bleibt abzuwarten, wie viele Fans sich der Boykottaktion anschließen und welche Signalwirkung sie entfalten wird. Die Anhänger erhoffen sich, ein starkes Zeichen für Authentizität und Tradition innerhalb des Fußballsports zu setzen.