Das Londoner Oberlandesgericht hat in einem bedeutsamen Urteil entschieden, dass der australische Informatiker Craig Wright nicht die Person ist, die hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto steckt, dem Schöpfer der Kryptowährung Bitcoin. Diese Entscheidung wurde von Richter James Mellor nach einem aufsehenerregenden Prozess bekannt gegeben und beendet Wrights jahrelange Behauptungen, er sei der Erfinder von Bitcoin. Wright hatte über Jahre hinweg behauptet, der geheimnisvolle Satoshi Nakamoto zu sein, und nutzte diese Behauptung, um eine Vielzahl von Klagen gegen Bitcoin-Entwickler und andere Mitglieder der Krypto-Community anzustrengen. Er forderte die Kontrolle über den Quellcode von Bitcoin und beanspruchte intellektuelles Eigentum an dessen Whitepaper, dem grundlegenden Dokument, das Bitcoin beschreibt. Die Crypto Open Patent Alliance (COPA), ein Zusammenschluss von Technologieunternehmen, der von Größen wie Coinbase, Block, Meta (früher Facebook) und MicroStrategy unterstützt wird, reichte Klage gegen Wright ein. Ihr Ziel war es, seine „Belästigung“ der Entwicklergemeinschaft zu beenden und seine falschen Identitätsansprüche rechtlich zu widerlegen. Richter Mellor stellte in seiner Urteilsbegründung fest, dass Wrights vorgelegte Beweismittel „gefälscht“ und seine Aussagen „unwahr“ waren. COPA bezeichnete das Urteil als einen Triumph für die Entwicklergemeinschaft, die Open-Source-Bewegung und die Wahrheit. Wrights fortwährende Ansprüche hatten bei vielen Entwicklern erheblichen Stress und hohe Rechtskosten verursacht. Das Urteil bedeutet, dass Craig Wright keine Eigentums- oder geistigen Eigentumsrechte in Bezug auf Bitcoin beanspruchen kann. Die wahre Identität von Satoshi Nakamoto bleibt zwar weiterhin unbekannt, doch ist nun gerichtlich geklärt, dass Wright nicht dieser Person ist. Satoshi Nakamotos Identität ist seit der Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepapers im Jahr 2008 und der Einführung der Kryptowährung ein Rätsel. Im Jahr 2011 zog sich Nakamoto aus der Öffentlichkeit zurück und übergab die Kontrolle an Gavin Andresen. Die Geheimhaltung der Identität wird oft auf mögliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen zurückgeführt, da Nakamoto mutmaßlich über beträchtliche Bitcoin-Bestände im Wert von Milliarden verfügt. Für die Bitcoin-Gemeinschaft und insbesondere für die Entwickler ist dieses Urteil eine enorme Erleichterung. Der Rechtsstreit hatte Millionen gekostet, doch nun ist die Position bezüglich der Urheberschaft und der Eigentumsansprüche klarer denn je.