Galaxus Deutschland setzt Expansionskurs trotz anhaltender Verluste fort
Der Schweizer Onlinehändler Galaxus, eine Tochtergesellschaft der Migros, setzt seine Geschäftstätigkeit in Deutschland unbeirrt fort, obwohl im Jahr 2023 erneut erhebliche Verluste angefallen sind. Das Defizit im deutschen Markt belief sich im letzten Jahr auf 29,3 Millionen Schweizer Franken, was umgerechnet rund 30,6 Millionen Euro entspricht. Dies stellt eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahresverlust von 28,5 Millionen Franken dar.
Konzernchef Florian Teuteberg erläuterte, dass diese negativen Zahlen als fester Bestandteil der „Investitionsphase“ für den Markteintritt zu betrachten sind. Das übergeordnete Ziel des Unternehmens ist es, den deutschen Markt langfristig profitabel zu gestalten.
Die gesamte Galaxus-Gruppe, die sowohl das Schweizer Geschäft als auch weitere EU-Länder umfasst, konnte im Jahr 2023 ein Bruttowarenvolumen (GMV) von 2,74 Milliarden Franken erzielen, was einem Zuwachs von 10,7 Prozent entspricht. Insbesondere der deutsche Markt zeigte sich mit einem Umsatzwachstum von 36 Prozent auf 239 Millionen Franken (umgerechnet 249 Millionen Euro) sehr dynamisch. Dieses kräftige Wachstum wird als positives Signal gewertet. Allein in Deutschland konnte Galaxus 2023 rund 400.000 Neukunden gewinnen, womit die Plattform mittlerweile etwa 1,3 Millionen aktive Nutzer betreut. Die deutsche Niederlassung beschäftigt gegenwärtig etwa 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der E-Commerce-Markt in Deutschland gilt als äußerst umkämpft, mit etablierten Schwergewichten wie Amazon als Hauptkonkurrenten. Die Strategie von Galaxus basiert auf einem breiten Produktsortiment, wettbewerbsfähigen Preisen, zügiger Lieferung und besonderen Community-Funktionen wie Produkttests und einem aktiven Forum.
Ungeachtet der allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen und der anhaltend hohen Inflation hält die Migros an ihrer Internationalisierungsstrategie fest. Galaxus spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Expansion schreitet bereits in Österreich und Frankreich voran, und Pläne für den Markteintritt in Italien und Spanien stehen ebenfalls kurz bevor.