Prof. Holger Hanselka, der amtierende Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, betont nachdrücklich die Dringlichkeit, in Deutschland eine robustere und dynamischere Gründerkultur zu etablieren. Im Rahmen einer aktuellen Episode des F.A.Z. Digitalwirtschaft-Podcasts argumentierte er, dass Deutschland zwar hervorragende Leistungen in der Grundlagenforschung zeige, die Überführung dieser innovativen Erkenntnisse in erfolgreiche, marktreife Produkte und Unternehmen jedoch weiterhin eine beträchtliche Herausforderung darstelle. Hanselka wies darauf hin, dass die Fraunhofer-Gesellschaft, die ihren Fokus auf angewandte Forschung legt, eine entscheidende Rolle bei der Schließung der Lücke zwischen wissenschaftlicher Entdeckung und deren industrieller Anwendung einnimmt. Er hob jedoch hervor, dass diese Transformation nicht ausschließlich von öffentlichen Institutionen vorangetrieben werden kann. Ein florierendes Ökosystem erfordert eine vielfältige und starke Unterstützung für Unternehmungsgründer – dies reicht von einem vereinfachten Zugang zu Risikokapital über den Abbau bürokratischer Hürden bis hin zu einer Verbesserung der allgemeinen Rahmenbedingungen. Er merkte an, dass viele vielversprechende Forschungsergebnisse ungenutzt in Laboren verbleiben oder im Ausland vermarktet werden, da deutsche Gründer oft Schwierigkeiten haben, adäquate Finanzierungen zu sichern oder sich in komplexen regulatorischen Umfeldern zurechtzufinden. Hanselka forderte von Politik und Finanzsektor einen proaktiveren Ansatz bei Investitionen in Hochtechnologie-Start-ups. Des Weiteren schlug er vor, Bildungsinitiativen zu stärken, die bereits frühzeitig ein unternehmerisches Denken fördern. Zudem plädierte Hanselka für eine intensivierte Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen, Universitäten und der Industrie. Er vertritt die Ansicht, dass der Wissenstransfer aktiv gefördert werden muss, beispielsweise durch die Einführung neuer Förderinstrumente oder die Vereinfachung von Partnerschaftsmodellen. Das primäre Ziel, so seine Erklärung, müsse darin bestehen, ein Umfeld zu schaffen, in dem innovative Ideen rasch vom Konzept zum Markterfolg reifen können, um auf diese Weise Deutschlands Position als führende Industrie- und Technologienation für die Zukunft zu sichern. Abschließend bekräftigte er, dass die Stärkung von Unternehmern nicht bloß eine wirtschaftliche Notwendigkeit darstellt, sondern eine strategische Verpflichtung für die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im digitalen Zeitalter.