In der oberösterreichischen Kommune Enns sorgt ein spezifischer Biber namens Berti aktuell für Verdruss. Das nagende Tier hat in den vergangenen Wochen durch den Bau eines Staudamms und das Fällen etlicher Bäume beträchtliche Zerstörungen angerichtet. Der zuständige Bürgermeister, Christian Deleja-Hotko von der FPÖ, bezeichnet die Situation als „Naturkatastrophe“ und drängt auf eine rasche Behebung. Angedacht ist, den Biber einzufangen und an einen anderen Ort zu verbringen, um weitere Beeinträchtigungen zu vermeiden. Diese aktuelle Aufregung um Biber Berti wirft jedoch Fragen auf, insbesondere wenn man die bisherigen Standpunkte der FPÖ bezüglich anderer Wildtiere betrachtet. Während für Biber Berti eine tierfreundliche Verlegung präferiert wird, vertrat die Partei in früheren Fällen bei anderen Tierarten weitaus strengere Ansichten. So setzte sich die FPÖ beispielsweise bei der Präsenz von Wölfen und Bären in Österreich, die entweder gesichtet wurden oder Nutztiere beeinträchtigten, vehement für deren Tötung oder eine signifikante Bestandsreduktion ein. Auch im Umgang mit invasiven Spezies wie der Nutria oder bei Überpopulationen von Stadttauben plädierte die Partei oft für rigorose Eingriffe, inklusive der Tötung, um „Ordnung“ herzustellen oder Beschädigungen zu reduzieren. Die Auseinandersetzung um Biber Berti offenbart somit eine scheinbare Widersprüchlichkeit in der Tierpolitik der Freiheitlichen. Kritiker monieren, die FPÖ würde je nach regionaler Gegebenheit oder politischer Opportunität unterschiedliche Maßstäbe anlegen. Während dem Biber, der vor Ort Schäden verursacht, eine schonende Behandlung zuteilwerden soll, wurden andere Tiere, die oft überregionale "Problemtiere" darstellten, mit deutlich geringerer Fürsorge betrachtet. Es scheint, dass die „Problematik“ eines Tieres für die FPÖ nicht immer intrinsisch an der Spezies hängt, sondern eher an der Gelegenheit, politische Vorteile zu erzielen oder lokale Wähler zu besänftigen.