Fan-Ausschreitungen in Kufstein: Dynamo-Anhänger versuchen Hertha-Block zu stürmen – Spiel abgebrochen
Ein Freundschaftsspiel zwischen den Fußballvereinen Dynamo Dresden und Hertha BSC wurde am Mittwochnachmittag im österreichischen Kufstein wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen unter Zuschauern gestoppt. In der 76. Spielminute, während Hertha BSC mit 2:0 führte, unternahmen Anhänger von Dynamo Dresden den Versuch, einen Sicherheitszaun zu überwinden, der ihren Bereich von dem der Berliner Fans abgrenzte.
Etwa 200 Randalierer stürmten aus ihrem Fanblock auf den Zaun zu und versuchten, diesen gewaltsam zu durchbrechen. Einsatzkräfte der Polizei und des Sicherheitsdienstes griffen umgehend ein, um eine weitere Eskalation zu verhindern, und setzten dabei Reizgas ein, um die Situation zu deeskalieren. Daraufhin zog Hertha-Coach Pal Dardai seine Spieler vom Feld und in die Umkleidekabinen zurück.
Der Unparteiische Stefan Ebner stoppte das Aufeinandertreffen umgehend. Zunächst war ungewiss, ob die Begegnung fortgesetzt werden könnte. Hertha BSC kommentierte die Ereignisse kurz darauf auf Twitter: „Unerfreuliche Szenen aus Kufstein. Spielunterbrechung nach Krawallen auf den Rängen. Wir hoffen auf eine rasche Wiederaufnahme.“
Eine Wiederaufnahme des Spiels fand jedoch nicht statt. Die Partie wurde beim Stand von 2:0 zugunsten von Hertha BSC abgebrochen. Michael Preetz, der Manager von Hertha, äußerte sich sichtlich betroffen: „Es ist unglaublich, die Bilder sind unglaublich, das ist kein Fußballfest, das ist betrüblich.“ Er fügte hinzu: „Das stimmt uns traurig und zornig.“
Die Vorkommnisse in Kufstein stellen lediglich eine weitere Episode in einer Serie von Störungen dar, für die Dynamo Dresden-Anhänger in den vergangenen Jahren verantwortlich waren. Wiederholt kam es zu Konfrontationen mit Anhängern gegnerischer Mannschaften oder zu Attacken auf Funktionäre. Ein prägnantes Beispiel ist das DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV, welches ebenfalls von Unruhen überschattet wurde. Auch in Ligaspielen, wie etwa bei der Auswärtspartie in Rostock, wo pyrotechnische Artikel abgebrannt und der Rasen gestürmt wurden, sorgten die Fans für negative Schlagzeilen.
Hertha-Trainer Pal Dardai empfand die Lage als inakzeptabel: „Ich habe keine Lust auf solchen Unsinn“, erklärte er nach dem vorzeitigen Ende des Spiels. „Wir spielen hier Fußball, und das ist doch kein Krieg. Die Vereine müssen hier konsequent handeln.“
Die Geschehnisse in Kufstein rücken erneut das fortwährende Problem der Gewalt im Fußball in den Fokus, insbesondere im Zusammenhang mit spezifischen Fangruppierungen. Die Debatte über denkbare Strafen und vorbeugende Schritte wird durch solche Zwischenfälle immer wieder neu angefacht.