Die jüngsten Drohnenangriffe auf Ölanlagen im Nahen Osten schüren die Angst vor einer militärischen Eskalation mit dem Iran. Die Bundesregierung wird von ihren Beratern auf drastische Preissteigerungen vorbereitet. Verbraucher sollten sich der potenziellen Auswirkungen bewusst sein. Nach dem Drohnenangriff auf saudi-arabische Ölinfrastruktur wächst die Sorge vor einem militärischen Konflikt mit dem Iran. Wirtschaftsexperten warnen, dass eine solche Entwicklung erhebliche Preisanstiege für Konsumenten zur Folge hätte. Von Heizöl über Lebensmittel bis hin zu Flugtickets – nahezu alles könnte teurer werden. „Im Falle einer militärischen Auseinandersetzung im Iran wird der Ölpreis explodieren“, erklärte Professor Dr. Horst Gischer, Wirtschaftsprofessor an der Universität Rostock und Berater der Bundesregierung, gegenüber FOCUS Online. Er prognostiziert einen Anstieg des Barrel-Preises auf weit über 100 US-Dollar, möglicherweise sogar bis zu 120 Dollar. Aktuell liegt der Preis zwischen 60 und 70 Dollar. Diese Kostenexplosion würde alle Verbraucher direkt betreffen. Die Benzin- und Dieselpreise an den Tankstellen würden umgehend ansteigen. Indirekt würden jedoch fast alle Produkte teurer, da deren Transportkosten in die Höhe schnellen. „Praktisch alle Produkte werden transportiert, und diese Kosten werden auf die Preise umgelegt“, erläuterte Gischer. Neben Lebensmitteln und Industrieprodukten würde auch der Preis für Heizöl deutlich ansteigen. Auch der Strompreis wäre von einer Explosion des Ölpreises betroffen, da Erdgas als Ersatzenergieträger herangezogen und damit auch der Gaspreis in die Höhe getrieben würde, führte der Wirtschaftsexperte aus. Flugtickets würden ebenfalls teurer, da Flugzeugtreibstoff auf Ölbasis hergestellt wird. Die Konsequenzen für Deutschland und Europa wären gravierend. Es wird eine hohe Inflation, eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums und eine erhebliche Belastung für Haushalte und Unternehmen erwartet. Regierungen würden unter Druck geraten, die Bevölkerung zu entlasten, möglicherweise durch Subventionen oder Steuererleichterungen, was wiederum die Staatshaushalte belasten würde. Ähnliche Preissprünge gab es bereits im Zuge des Irak-Krieges im Jahr 2003. Ökonomen empfehlen, die Abhängigkeit von Öl aus dem Nahen Osten zu reduzieren und verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen, um zukünftigen Schocks entgegenzuwirken.