Nach einer langen Verhandlungsphase steht das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Australien. Obwohl die australische Regierung noch zustimmen muss, wird dies als Formsache betrachtet. In Brüssel konnte eine Einigung bezüglich eines Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Australien erzielt werden. Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, und der australische Premierminister Anthony Albanese verkündeten die Übereinkunft am Sonntag in der belgischen Hauptstadt. Von der Leyen bezeichnete diesen Tag als „historisch für die Beziehungen zwischen der EU und Australien“. Sie betonte, dass die Vereinbarung ein „erhebliches Handelswachstum“ bewirken und die „wirtschaftliche Resilienz beider Ökonomien festigen“ werde. Die Kommissionspräsidentin sah in dem Pakt eine „Win-Win-Situation“, da er Zölle reduziert, neue Dienstleistungsbereiche erschließt und Investitionen stimuliert. Premierminister Albanese aus Australien würdigte den Abschluss ebenfalls als „historisch“. Er hob hervor, das Abkommen komme „australischen Unternehmen, Arbeitnehmern und Verbrauchern zugute“. Weiter führte er aus, es werde „australischen Exporteuren den Zugang zum europäischen Markt erleichtern und europäische Investitionschancen in Australien mehren“. Für ihre „entschlossene Führung“ während der Verhandlungen sprach Albanese Ursula von der Leyen Anerkennung aus. Dieser Konsens ist das Ergebnis langwieriger und komplexer Verhandlungen, die sich über einen mehrjährigen Zeitraum hinzogen. Besonders umstritten war der Marktzugang für australische Agrarerzeugnisse in Europa. Frankreich und Irland äußerten hierbei die Befürchtung, dass günstigere Importe aus Australien ihre heimischen Landwirte unter Druck setzen könnten. Die deutsche Bundesregierung spielte eine maßgebliche Rolle, indem sie sich nachdrücklich für eine zügige Finalisierung einsetzte. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hatte zuvor betont, ein solches Abkommen sei „strategisch bedeutsam“, um die Abhängigkeit von bestimmten Anbietern zu mindern und neue Absatzmärkte zu erschließen. Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, bedarf es noch der Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten sowie des Europäischen Parlaments. Australiens Regierung hat ihre Einwilligung bereits in Aussicht gestellt, was als reine Formalie betrachtet wird. Der Pakt beinhaltet die Aufhebung von Zöllen auf den Großteil der Waren, die Vereinfachung des Dienstleistungshandels, den Schutz intellektuellen Eigentums und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Fachleute prognostizieren, dass das Abkommen das Bruttoinlandsprodukt der EU um Milliarden von Euro anheben und das Exportvolumen nach Australien merklich steigern wird. Australien wiederum soll dadurch Zugang zu einem der weltweit größten Binnenmärkte erhalten.