Stark ansteigende Gas- und Ölpreise wirken sich erheblich auf die Heizkosten von Immobilien, die Aufwendungen für Fortbewegung sowie die Stromkosten aus. Fossilbrennstoffe spielen eine entscheidende Rolle dabei, welchen Betrag deutsche Verbraucher für ihren Strom aufbringen müssen. Wind- und Solarenergie galten lange Zeit als kostspielig und von Subventionen abhängig, doch heute sind die Produktionskosten für den erzeugten Strom oft deutlich geringer als bei der Errichtung neuer fossiler Kraftwerke. Dadurch üben erneuerbare Energien einen erheblichen Einfluss auf die Strompreise aus. Laut dem Thinktank Agora Energiewende fungieren sie als eine Art Puffer, der Preissteigerungen auf dem Strommarkt abfedert. Insbesondere an der Strombörse, wo der Preis über Angebot und Nachfrage bestimmt wird, können sie eine stabilisierende Wirkung entfalten. Das sogenannte Merit-Order-Prinzip ist hier entscheidend: Die günstigsten Kraftwerke liefern zuerst ihren Strom ins Netz. Da erneuerbare Energien in der Regel die geringsten Betriebskosten haben – der "Brennstoff" Wind und Sonne ist kostenlos – werden sie vorrangig eingesetzt. Dies führt dazu, dass die teureren Gaskraftwerke erst später zum Zuge kommen, was den Preis für alle senkt. Ein hoher Anteil an Wind- und Solarstrom im Netz korreliert in der Regel mit einem Absinken der Strompreise am Spotmarkt. An Tagen, an denen Windkraftanlagen und Solarparks viel Strom produzieren, fallen die Großhandelspreise für Elektrizität deutlich. Obwohl die Vorteile der erneuerbaren Energien, gerade in Bezug auf die Kosten, offensichtlich sind, hat ihr Ausbau in Deutschland in den vergangenen Jahren stagniert. Für das Erreichen der Klimaziele ist eine Beschleunigung des Ausbaus jedoch unverzichtbar. Die über viele Jahre erhobene EEG-Umlage, die den Ausbau der erneuerbaren Energien finanzierte, reflektierte einst die höheren Gestehungskosten. Mittlerweile sind Wind- und Solarkraftwerke so wirtschaftlich, dass sie in vielen Fällen keine Zuschläge mehr benötigen oder sogar dazu beitragen, die Strompreise zu senken. Die Umlage wurde daher zum 1. Juli 2022 vollständig abgeschafft. Für die kommenden Jahre hat die Bundesregierung ehrgeizige Ziele formuliert: Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix auf 80 Prozent steigen. Das bedeutet eine massive Steigerung des Ausbautempos. Dazu sind allein in diesem Jahrzehnt Tausende neuer Windenergieanlagen und große Solaranlagen erforderlich. Der Weg dahin ist allerdings nicht ohne Hürden. Neben dem umfangreichen Netzausbau, der Anpassung der Infrastruktur und der Entwicklung von Speicherlösungen müssen auch bürokratische Hindernisse abgebaut und die Akzeptanz in der Bevölkerung für neue Anlagen, insbesondere Windkrafträder, gestärkt werden. Insgesamt ist die schnelle Förderung und Implementierung erneuerbarer Energien der zentrale Ansatzpunkt, um in Zukunft eine stabile, bezahlbare und von Importen unabhängige Energieversorgung in Deutschland zu gewährleisten.