Elektroautos bald preiswerter als Verbrenner: Eine Prognose
Obwohl Elektrofahrzeuge in der Regel höhere Anschaffungskosten als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor aufweisen, könnte sich diese Situation laut Expertenprognosen schon bald ändern. Die Preise für E-Autos sinken merklich. Eine aktuelle Analyse des Thinktanks Transport & Environment (T&E) skizziert, wann dieser entscheidende Punkt voraussichtlich erreicht sein wird.
Die unter der Federführung von Jato Dynamics und Inovev erstellte Studie prognostiziert, dass Elektrofahrzeuge im Bereich der Kleinwagen (B-Segment) bereits ab dem Jahr 2026 hinsichtlich des Kaufpreises mit Benzinfahrzeugen gleichziehen oder diese sogar unterbieten könnten. Für die Kompaktklasse (C-Segment) und mittelgroße Limousinen wird dieser Preisausgleich bis 2027/2028 erwartet. Größere Fahrzeugklassen, darunter D-SUVs und Modelle des E-Segments, sollen bis 2028/2029 nachziehen.
Dieser zu erwartende Preisrückgang wird primär durch zwei Faktoren vorangetrieben: fallende Kosten für Batterien und steigende Skaleneffekte. T&E geht davon aus, dass die Batteriekosten bis zum Jahr 2030 auf durchschnittlich 58 Euro pro Kilowattstunde (kWh) fallen werden. Zudem tragen die in Europa geplanten und entstehenden Gigafactories wesentlich zur Kostensenkung bei, indem sie eine effizientere Fertigung ermöglichen.
Des Weiteren werden Elektrofahrzeuge auch auf dem Sekundärmarkt immer konkurrenzfähiger. Die Analyse geht davon aus, dass gebrauchte E-Autos ab 2028/2029 preiswerter sein könnten als vergleichbare Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor. Diese Entwicklung ist auf den geringeren Wartungsbedarf und die generell höhere Lebensdauer von Elektrofahrzeugen zurückzuführen, wodurch sie auch in zweiter Hand attraktiv bleiben.
Die Umweltorganisation mahnt daher, dass eindeutige EU-Richtlinien erforderlich sind, um den Übergang zur Elektromobilität zu forcieren und sicherzustellen, dass erschwingliche Elektrofahrzeuge einem breiten Kreis europäischer Konsumenten zugänglich gemacht werden. Obwohl das in der EU ab 2035 in Kraft tretende Verbot für Verbrennungsmotoren einen wichtigen Fortschritt darstellt, sind zusätzliche Initiativen unumgänglich, um die Versorgung mit Batterierohstoffen zu gewährleisten und eine Abhängigkeit von China zu verhindern.
Gegenwärtig sind Elektroautos noch mit höheren Anschaffungskosten verbunden, hauptsächlich bedingt durch die Batterien, welche etwa 40 Prozent des Gesamtpreises ausmachen. Nichtsdestotrotz ist ein klarer Trend erkennbar: Die Preise sinken kontinuierlich, wodurch Elektromobilität für weite Teile der Bevölkerung zunehmend erschwinglich wird.