Sascha Höpfner, ein deutscher Fußballcoach, der im Libanon tätig ist, teilt seine Eindrücke vom sich zuspitzenden Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah mit. Trotz der allgegenwärtigen Furcht und der erheblichen Herausforderungen, seinen beruflichen Verpflichtungen nachzukommen, verharrt er vor Ort. Obwohl in vielen Bereichen Beiruts das Leben vordergründig einen normalen Gang nimmt, ist die unterschwellige Spannung überall spürbar. Die eigentlichen Kampfhandlungen konzentrieren sich jedoch auf den südlichen Teil des Landes, wo die Situation extrem gefährlich ist. Die unaufhörlichen Nachrichten über eine mögliche Verschärfung und Ausbreitung der Konflikte stellen eine enorme psychische Belastung dar. Die Bevölkerung des Libanon ist erschöpft von wiederholten Kriegen und sehnt sich inständig nach Frieden. Auch Höpfner selbst ist von Angst geplagt. Seine größte Sorge gilt dabei den jungen Sportlern, die er unterrichtet. Raketenangriffe und Bombardierungen aus der Luft stellen eine konkrete Gefahr dar. Er hat stets einen vorbereiteten Rucksack sowie einen Evakuierungsplan für den Ernstfall bereit. Seine Gedanken kreisen zudem um seine Kollegen und Freunde, insbesondere jene aus dem Süden, deren Zuhause zerstört wurde. Seine Tätigkeit als Fußballcoach ist erheblich eingeschränkt. Zahlreiche Vereine haben den Trainings- und Spielbetrieb gänzlich eingestellt, insbesondere in den von Auseinandersetzungen betroffenen südlichen Regionen. Selbst in Beirut ist die Teilnehmerzahl an den Übungseinheiten gesunken. Das Hauptaugenmerk liegt nun darauf, den Kindern für kurze Zeit eine willkommene Zerstreuung und ein Stückchen Alltag zu bieten. Die psychologischen Belastungen bei den jungen Sportlern sind unübersehbar. Dennoch entscheidet er sich zu bleiben. Er ist überzeugt von seinem Auftrag, den libanesischen Fußball voranzubringen und den Kindern inmitten der schwierigen Verhältnisse ein Gefühl von Alltag zu schenken. Er verspürt eine tiefe Verpflichtung und Verbundenheit gegenüber den Menschen, die er als außerordentlich gastfreundlich und lebensbejahend beschreibt und die sich unermüdlich um ein gewöhnliches Dasein bemühen. Höpfner äußert seine Enttäuschung darüber, dass sich die Auseinandersetzungen wiederholt um identische Streitpunkte drehen und unablässiges Leid hervorrufen. Er zeigt sich beeindruckt von der Widerstandsfähigkeit und Stärke der libanesischen Bevölkerung, die sich trotz permanenter Widrigkeiten immer wieder neu aufrichtet. Seine größte Belastung ist das Gefühl der Ohnmacht: „Diese Hilflosigkeit ist kaum zu ertragen“, so seine Worte. Er empfindet sich als unfähig, die Gegebenheiten grundlegend zu beeinflussen, kann lediglich minimale Hilfestellungen leisten. Er zieht Vergleiche zu seiner Erfahrung in Kiew während des Krieges in der Ukraine, wo er ein vergleichbares Gefühl der Machtlosigkeit durchlebte. Obwohl er sich seiner Aufgabe weiterhin verpflichtet fühlt, wird die Lage zunehmend schwerer zu ertragen. Er analysiert die Gegebenheiten fortwährend neu, doch sein sehnlichster Wunsch bleibt ein Ende der Kampfhandlungen und ein dauerhafter Frieden.