Eine aktuelle Untersuchung offenbart ein unerwartetes Potenzial für die landbasierte Windenergie in Deutschland. Es scheint möglich, den Ausbau der Windkraft zu optimieren, indem wesentlich weniger Windturbinen errichtet werden als bislang vorgesehen, ohne dabei die angestrebte Stromerzeugung zu gefährden. Gleichzeitig könnte dieser Ansatz zu erheblichen finanziellen Einsparungen von bis zu 50 Milliarden Euro führen. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWES) haben in ihrer jüngsten Studie aufgezeigt, dass die Effizienzsteigerung maßgeblich von der Größe und der strategischen Platzierung der Turbinen abhängt. Statt auf eine große Anzahl kleinerer Anlagen zu setzen, schlagen sie vor, den Fokus auf den Einsatz größerer und leistungsstärkerer Windräder zu legen. Diese modernen Turbinen können nicht nur pro Einheit mehr Strom generieren, sondern durch eine verbesserte Anordnung auch sogenannte „Nachlaufeffekte“ minimieren. Dabei handelt es sich um Effekte, bei denen Turbinen im Windschatten anderer Anlagen weniger effizient arbeiten. Derzeit führen diese Nachlaufeffekte in dicht besiedelten Windparks dazu, dass ein beträchtlicher Teil des vorhandenen Windpotenzials ungenutzt bleibt. Eine Reduzierung der Anlagenzahl in Kombination mit einer intelligenten Planung könnte dazu führen, dass die verbleibenden Windräder im Durchschnitt eine höhere Auslastung erreichen. Das Forscherteam betont, dass bei gleicher Nutzung der Fläche und unter Berücksichtigung der lokalen Windbedingungen mit einer geringeren Anzahl, aber dafür besser positionierten und leistungsfähigeren Anlagen, der gleiche oder sogar ein höherer Energieertrag realisiert werden kann. Diese Strategie würde nicht nur ökonomische Vorteile durch die Reduktion von Investitions- und Instandhaltungskosten mit sich bringen, sondern könnte auch die gesellschaftliche Akzeptanz für den weiteren Ausbau der Windkraft erhöhen, da weniger Anlagen das Landschaftsbild beeinflussen würden. Die genannten Einsparungen von 50 Milliarden Euro beziehen sich dabei auf die notwendigen Investitionen für den Bau von Windparks, die zur Erreichung der nationalen Klimaziele erforderlich sind. Das Fraunhofer IWES betrachtet diesen Ansatz als wegweisend für einen zügigeren und wirtschaftlicheren Ausbau erneuerbarer Energien. Das übergeordnete Ziel sei es nicht, den Ausbau zu verlangsamen, sondern ihn auf eine intelligentere und rentablere Weise voranzutreiben, um die Energiewende nachhaltig zu gestalten.