Zu Beginn der neuen Handelswoche verzeichnen die Rohölpreise einen signifikanten Anstieg. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Montagmorgen zeitweise um mehr als 18 Prozent im Vergleich zum Handelsschluss am Freitag. Die Wahrscheinlichkeit eines Importverbots für russisches Öl nimmt offenbar zu. Dies führt zu einer schwachen Eröffnung für den deutschen Leitindex DAX, den Euro und die US-Futures. Die Kosten für Erdöl erfahren eine kräftige Aufwärtsbewegung. Ein Barrel Brent-Öl kostete am Morgen des Montags über 18 Prozent mehr als noch am Freitag. Mit einem Wert von 139 US-Dollar erreichte es einen Preisstand, der zuletzt im Jahr 2008 verzeichnet wurde. Auch der Preis für ein Barrel des amerikanischen Rohöls WTI überschritt kurzfristig die Marke von 130 US-Dollar. Der Hauptgrund für diesen extremen Ölpreisanstieg sind die verstärkten Ängste vor einem potenziellen Importstopp für russisches Erdöl. Die angespannte Lage in der Ukraine verschärft sich kontinuierlich. Bereits am Wochenende kursierten Berichte, wonach die Vereinigten Staaten die Möglichkeit eines Einfuhrverbots für russisches Öl und Gas in Betracht ziehen. Würde dieser Schritt tatsächlich vollzogen, hätte dies zur Folge, dass der Inflationsdruck weiter verstärkt und die globale Wirtschaftsleistung erheblich beeinträchtigt würde. Die Weltmärkte stünden dann vor der Herausforderung, einen Ersatz für die beträchtlichen Mengen an russischem Öl zu finden. Ein solcher adäquater Ersatz ist jedoch kaum absehbar, da Russland der drittgrößte Erdölproduzent weltweit ist. Auch in Europa finden derzeit Beratungen über ein Importverbot statt. Der DAX begann den Handelstag am Montagmorgen mit einer deutlichen Schwäche. Für den deutschen Leitindex wird ein Rückgang von rund 4 Prozent erwartet. Ebenso notieren die Futures für die US-Börsen im negativen Bereich. Auch die Verluste an den asiatischen Aktienmärkten waren beträchtlich; der Nikkei 225 in Tokio verzeichnete einen Verlust von 3,29 Prozent, während der Hang Seng in Hongkong um 3,87 Prozent fiel. Die Geschehnisse in der Ukraine sowie die Ungewissheit bezüglich der zukünftigen Energieversorgung üben einen erheblichen Druck auf die Finanzmärkte aus. Dies führt dazu, dass Anleger ihre Gelder aus risikobehafteten Investitionen abziehen.