Die Schauspielerin Demi Moore ist seit Monaten Gegenstand intensiver Diskussionen, da ihre Figur so schlank wie nie zuvor erscheint. Inmitten dieser Debatte betonte ihre Kollegin Julia Fox, sie sei stolz darauf, "super skinny" zu sein, und wies Kritik an ihrem Aussehen als "Fatphobie" zurück. Dies wirft erneut die Frage auf, ob der aktuelle Trend zu extremer Schlankheit, oft als "Superskinny" bezeichnet, tatsächlich eine bloße Privatsache ist. Das Narrativ, jeder Körper sei schön und es sei eine Frage der Körperpositivität, wenn Prominente ihre Figur zeigen, mag auf den ersten Blick überzeugend klingen. Doch diese Entwicklung ist keineswegs eine rein persönliche Angelegenheit – zumindest nicht, wenn Personen des öffentlichen Lebens sie öffentlich präsentieren und als vermeintliche Normalität etablieren. Extreme Dünnheit, vor allem wenn sie potenziell ungesund ist, ist keine Frage der Vielfalt, sondern kann schädliche gesellschaftliche Auswirkungen haben. Die mediale Darstellung extremer Schlankheit durch Prominente ist problematisch. Sie setzt einen Standard, der unrealistisch und potenziell gefährlich ist, insbesondere für jüngere Menschen, die in sozialen Medien und Mainstream-Medien nach Orientierung suchen. Wenn ein Ideal von Extrem-Dünnheit wieder salonfähig wird, besteht die Gefahr, dass Essstörungen, die ohnehin eine alarmierende Verbreitung haben, weiter verharmlost und verstärkt werden. Eine ähnliche Situation erlebten wir bereits in den 90er Jahren mit dem "Heroin Chic"-Trend, als Magermodels wie Kate Moss ein ätherisches, fast kränkliches Aussehen prägten. Der öffentliche Aufschrei damals war berechtigt, da dieser Trend nachweislich zur Zunahme von Essstörungen beitrug. Es ist ein gefährliches Déjà-vu, wenn dieselben Muster heute wiederkehren. Es ist irreführend, extreme Schlankheit unter dem Banner der "Körperpositivität" zu legitimieren. Körperpositivität zielt darauf ab, alle Körperformen zu akzeptieren und die Vielfalt zu feiern, nicht jedoch potenziell ungesunde Extreme zu verherrlichen. Es muss eine klare Unterscheidung getroffen werden zwischen der Akzeptanz gesunder, unterschiedlicher Körperformen und der Verharmlosung von Figuren, die an der Grenze zum Ungesunden oder gar zum Krankhaften liegen. Neue Phänomene wie der weit verbreitete Gebrauch von Medikamenten wie Ozempic zur schnellen Gewichtsreduktion tragen zusätzlich zur Normalisierung extremer Dünnheit bei. Es scheint, als sei das Motto "Je dünner, desto besser" wieder auf dem Vormarsch, ungeachtet der potenziellen gesundheitlichen Konsequenzen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die öffentliche Präsentation und Verherrlichung extremer Schlankheit durch Prominente keine bloße Privatsache ist. Sie hat weitreichende gesellschaftliche Implikationen, beeinflusst Körperbilder, insbesondere bei Jugendlichen, und kann die Verbreitung von Essstörungen begünstigen. Es ist die Verantwortung von Medien und öffentlichen Persönlichkeiten, ein realistisches und gesundes Körperbild zu fördern, anstatt gefährliche und potenziell schädliche Trends zu normalisieren.