In Deutschland verzeichnen die Sozialausgaben einen kontinuierlichen Anstieg. Besonders im Gesundheitswesen zeichnet sich eine drastische Ausweitung der Kosten ab, was bereits einen intensiven Wettstreit um die Finanzierung dieser Milliarden ausgelöst hat. Im Folgenden wird dieser Konflikt samt potenzieller Reformideen beleuchtet. Obwohl Deutschland von einem wirtschaftlichen Aufschwung und einer historisch hohen Beschäftigungsquote profitiert, nehmen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung unaufhörlich zu. Dies hat zur Konsequenz, dass die Forderung nach Reformen lauter wird und die Debatten über geeignete Finanzierungsstrategien sich zunehmend verschärfen. Sachverständige schätzen, dass der Krankenversicherungsbeitrag, der momentan bei 15,5 Prozent liegt, bis zum Jahr 2030 auf 17 oder sogar 18 Prozent anwachsen könnte. Als primäre Ursachen für diese Entwicklung werden der demografische Wandel genannt, gekennzeichnet durch eine alternde Gesellschaft und sinkende Geburtenraten, ferner der medizinische Fortschritt, der mit immer kostspieligeren Therapien einhergeht, sowie ein wachsender Bedarf an Gesundheitsdiensten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) befürwortet die Aufhebung der Begrenzung der Arbeitgeberbeiträge und die Einführung einer "Bürgerversicherung". In dieses System sollen alle Bürger, einschließlich Beamter und Selbstständiger, einkommensbasiert Beiträge entrichten. Darüber hinaus sollen Leistungen, die nicht direkt versicherungsrelevant sind, aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden. Die Parteien der Union lehnen die Konzeption der Bürgerversicherung ab. Stattdessen favorisieren sie eine Stärkung der privaten Krankenversicherung und verlangen, dass die Kosten für die Gesundheitsversorgung von Empfängern der Grundsicherung ('Hartz IV') künftig vom Bund und nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Ferner soll der Prävention und der Effizienzsteigerung eine erhöhte Bedeutung zukommen. Die Freie Demokratische Partei (FDP) kritisiert die Vorschläge der SPD als "sozialistisch", wohingegen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke der Idee einer Bürgerversicherung grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Die einzelnen Bundesländer hingegen, die im Bundesrat repräsentiert sind, fordern eine umfassendere finanzielle Unterstützung vom Bund, insbesondere bei der Absicherung der Kosten für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Es ist unstrittig, dass die zukünftige Bundesregierung vor der gewaltigen Herausforderung stehen wird, dieses Problem anzugehen. Das Prinzip der Solidarität wird immer stärker beansprucht, und ohne tiefgreifende Systemreformen besteht die Gefahr eines Zusammenbruchs des gesamten Systems.