Deutsche Wirtschaft: Überraschendes Wachstum im ersten Quartal trotz Nahost-Konflikt
Im ersten Quartal des Jahres 2024 verzeichnete die deutsche Volkswirtschaft eine unerwartet deutliche Zunahme. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum vorherigen Quartal um 0,2 Prozent. Wirtschaftsexperten hatten im Durchschnitt lediglich eine Steigerung von 0,1 Prozent oder eine Stagnation prognostiziert. Im vierten Quartal 2023 war das BIP hingegen noch um 0,5 Prozent geschrumpft.
Dieses Wachstum wurde maßgeblich durch den privaten Konsum angetrieben, welcher um 0,4 Prozent zulegte. Auch die Investitionen trugen zur Konjunkturbelebung bei: Die sogenannten Ausrüstungsinvestitionen, die unter anderem Maschinen, Geräte und Fahrzeuge umfassen, verzeichneten einen Anstieg von 1,2 Prozent. Zusätzlich erhöhten sich die Bauinvestitionen um 0,2 Prozent.
Demgegenüber wirkte sich der internationale Handel dämpfend auf die ökonomische Entwicklung aus. Obwohl die Exporte leicht um 1,1 Prozent stiegen, nahmen die Importe mit 1,7 Prozent noch stärker zu. Die öffentlichen Ausgaben reduzierten sich im Berichtszeitraum um 0,7 Prozent.
Die verschärften Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die jüngste Eskalation zwischen Israel und dem Iran, hatten Befürchtungen hinsichtlich steigender Ölpreise und potenzieller Störungen der Lieferketten hervorgerufen. Ferner belasten die anhaltenden Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der zu höheren Energiepreisen und Engpässen in den Lieferketten geführt hatte, weiterhin die deutsche Wirtschaft.
Die Deutsche Bundesbank hatte in ihrem kürzlich veröffentlichten Monatsbericht bereits eine "leichte Erholung" der deutschen Wirtschaft für das zweite Quartal in Aussicht gestellt.