Im Einkaufszentrum "Lichthaus" in Zehlendorf Nord fungiert der sogenannte Plaudertresen als Anlaufstelle für Menschen, die sich austauschen möchten. Diese Initiative zielt darauf ab, Einsamkeit entgegenzuwirken und das Dasein vieler zu bereichern. Ein Blick auf das Geschehen an dieser Begegnungsstätte. Der Plaudertresen im Lichthaus in Zehlendorf Nord wurde als eine Begegnungsplattform geschaffen, an der sich Menschen versammeln und Gespräche führen können. Das primäre Ziel ist es, Isolation zu bekämpfen und soziale Verbindungen zu stärken. Ins Leben gerufen wurde dieses Vorhaben vom Bürger für Zehlendorf e.V. (BFZ) in Kooperation mit dem Licht & Schatten e.V. Die Pforten des Plaudertresens stehen jeden Montag und Donnerstag jeweils von 10 bis 12 Uhr für jedermann offen. Für Heidi Brückner, eine 85-jährige Besucherin, stellt der Plaudertresen einen wahren Segen dar. Nach dem Verlust ihres Mannes und aufgrund der großen Entfernung zu ihren Kindern fühlt sie sich oft isoliert und warnt eindringlich vor der Tücke der Einsamkeit. Am Plaudertresen jedoch findet sie Trost und schöpft neuen Lebensmut. Sie knüpft neue Bekanntschaften und genießt die Unterhaltungen. "Ich blühe hier wieder auf und erhalte neue Impulse", erklärt sie. Auch Anja Guse, 63 Jahre alt, hat ihren Ehemann verloren. Nach einem Umzug suchte sie Anschluss und erfuhr durch eine Veranstaltung des BFZ von diesem Angebot. "Früher hatte ich nur noch meinen Hund zum Reden", erinnert sie sich. Dank des Plaudertresens ist sie nun wieder unter Menschen, kann sich austauschen und empfindet ein Gefühl der Zugehörigkeit. Manfred Schulz, 83, zählt ebenfalls zu den regelmäßigen Gästen. Er kommt, um sich auszutauschen und die entspannte Atmosphäre zu genießen. Hier hat er bereits neue Bekanntschaften geschlossen und schätzt die Möglichkeit, einfach über alles sprechen zu können. Ehrenamtliche Helferinnen wie Sigrun Höhne und Susanne Kluge sind die Seele des Plaudertresens. Sie hören aufmerksam zu, geben Ratschläge und sorgen dafür, dass sich jeder Gast willkommen fühlt. "Es ist so wichtig, gerade für ältere Menschen, dass sie jemanden haben, der zuhört", betont Sigrun Höhne. Beide Freiwilligen sehen in diesem Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Einsamkeit. Einsamkeit stellt ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft dar, das insbesondere ältere Menschen betrifft. Studien belegen, dass immer mehr Personen unter sozialer Isolation leiden, was ernsthafte psychische und physische Konsequenzen nach sich ziehen kann. Der Plaudertresen bietet hier eine niedrigschwellige Gelegenheit, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Neben den persönlichen Gesprächen dient der Plaudertresen auch als Informationsquelle für weitere Angebote im Kiez, wie etwa den Spaziergangstreff oder kulturelle Veranstaltungen. Er fungiert somit als Drehscheibe für soziale Aktivitäten und hilft den Besuchern, sich in ihrer Umgebung besser zu vernetzen. Das Projekt wird vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf finanziell bezuschusst und ist vorerst bis Ende 2024 gesichert. Die Initiatoren hegen jedoch die Hoffnung auf eine Verlängerung, da der Bedarf weiterhin hoch ist. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Man kann einfach vorbeischauen und sich den Gesprächen anschließen.