Nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen iranische Kulturstätten, die von einigen als potenzielle Völkermord-Androhung interpretiert werden, äußern sich führende Demokraten nun offen über die Notwendigkeit seiner Amtsenthebung. Die Möglichkeit, ihn mithilfe des 25. Verfassungszusatzes oder durch ein Amtsenthebungsverfahren zu entfernen, wird ernsthaft diskutiert. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten, dessen Ursache in den Augen vieler Kritiker in Trumps Handeln liegt. Demokratische Präsidentschaftsbewerber wie Bernie Sanders und Elizabeth Warren haben sich deutlich positioniert. Sanders erklärte, Trumps Verhalten sei unverantwortlich und er lege keinen Wert auf Menschenleben. Er nannte ihn einen "gefährlichen Narr". Warren forderte hingegen, die Verfassungskrise zu beenden, und sprach ebenfalls von einem "gefährlichen Narren". Der texanische Abgeordnete Joaquin Castro ging noch weiter und äußerte Besorgnis darüber, dass der Präsident möglicherweise die Vereinigten Staaten in einen Krieg führen könnte, um seine persönlichen politischen Interessen zu wahren. Er schlug vor, den 25. Verfassungszusatz zur Diskussion zu stellen, der die Amtsenthebung eines Präsidenten bei Unfähigkeit vorsieht. Die Empörung entzündete sich an Trumps Äußerungen, er habe 52 iranische Ziele identifiziert, darunter auch kulturell bedeutsame Stätten, die im Falle eines iranischen Angriffs auf US-Interessen getroffen werden könnten. Ein Angriff auf Kulturgüter wird im internationalen Recht als Kriegsverbrechen gewertet, und die Androhung eines solchen Angriffs könnte als Zeichen einer gestörten Rationalität gedeutet werden. Diese Haltung Trumps ist international, auch innerhalb der US-Regierung, auf starke Kritik gestoßen. Der Konflikt erreichte eine neue Dimension, nachdem die USA den iranischen General Ghassem Soleimani töteten. Die darauf folgenden Drohungen Trumps führten zu einer Welle der Entrüstung. Der Demokrat Ted Lieu, ein ehemaliger Staatsanwalt bei der Luftwaffe, unterstrich, dass das Angreifen von Kulturgütern ein Kriegsverbrechen sei und Trump dies unmissverständlich geäußert habe. Er merkte an, dass selbst Verteidigungsminister Mark Esper dies öffentlich als Kriegsverbrechen bezeichnete und versuchte, Trumps Drohung zu relativieren, jedoch ohne Erfolg. Lieu zeigte sich besorgt über die "psychische Gesundheit" des Präsidenten. Weiterhin bemerkte er, dass Trump durch seine Twitter-Nachrichten offen drohe, Kriegsverbrechen zu begehen, was ihn als Präsidenten untragbar mache. Er forderte die Republikaner auf, Trumps Handlungen zu verurteilen. Die Diskussion um Trumps Eignung für das Amt spitzt sich damit in einer Zeit zu, in der die Spannungen zwischen den USA und dem Iran extrem hoch sind und die internationale Gemeinschaft besorgt auf die Entwicklungen blickt.