Die bedeutende politische Jahrestagung Chinas, bekannt als die 'Zwei Sitzungen', findet derzeit statt. Hauptthemen sind die Debatte über den Rechenschaftsbericht der Regierung und die Verabschiedung entscheidender ökonomischer Vorgaben. Ein zentrales Element der Beratungen ist der 14. Fünfjahresplan, der bis zum Jahr 2025 die strategische Ausrichtung des Landes bestimmen soll. Peking hat sich für das Jahr 2024 ein ambitioniertes Wirtschaftswachstum von 'ungefähr fünf Prozent' vorgenommen, was den festen Willen des Landes unterstreicht, trotz globaler Widerstände und binnenwirtschaftlicher Probleme weiter zu expandieren. Der 14. Fünfjahresplan, der von 2021 bis 2025 reicht, wird als maßgebliches Instrument für Chinas Umbau zu einer fortschrittlichen Industrienation betrachtet. Die zentralen Pfeiler dieses Plans umfassen die Weiterentwicklung der Industrie, die Forcierung technologischer Neuerungen, umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Klima sowie die Absicherung kritischer Sektoren wie Lebensmittelversorgung, Energieträger und Lieferketten. Dies spiegelt Chinas Antwort auf sowohl interne Anforderungen als auch auf weltweite Trends wider. Über eine bloße jährliche Zusammenkunft hinaus vereinen die 'Zwei Sitzungen' den Nationalen Volkskongress (NVK), Chinas Parlament mit etwa 3000 Abgeordneten, und die Politische Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) mit rund 2000 Mitgliedern. Obwohl die formelle Bestätigung politischer Beschlüsse hier stattfindet, werden die wesentlichen Kursentscheidungen bereits im Vorfeld von der Führung der Kommunistischen Partei getroffen. Premierminister Li Qiang hob in seiner Ansprache vor den Delegierten die Dringlichkeit hervor, 'Kampfgeist' zu zeigen und entschlossen zu agieren, um die vielschichtigen Probleme zu bewältigen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Abnahme der Abhängigkeit von ausländischen Technologien und der Stärkung der nationalen technologischen Kompetenzen, nicht zuletzt als Antwort auf die anhaltenden Spannungen mit den Vereinigten Staaten. Die gegenwärtige Regierung steht vor zahlreichen Schwierigkeiten: Eine Immobilienkrise, beträchtliche Jugendarbeitslosigkeit, eine verhaltene Verbraucherstimmung und eine rasch alternde Gesellschaft zählen zu den drängendsten Aufgaben. Ungeachtet dessen bleibt die übergeordnete Vision, China bis 2035 in ein 'sozialistisches modernes Land' zu transformieren, das maßgebliche Langzeitziel.