Sebastian Kehls Amtszeit als Sportdirektor bei Borussia Dortmund neigt sich dem Ende zu; sein Kontrakt, der 2025 ausläuft, wird nicht verlängert. Mit der Beförderung von Lars Ricken (47) zum Geschäftsführer Sport, der ab dem 1. Mai die gesamte sportliche Leitung verantwortet, intensiviert der BVB die Suche nach einem passenden Nachfolger für Kehl. Dieser soll Ricken als Sportdirektor unterstützen. Gesucht wird eine Persönlichkeit, die durchsetzungsstark ist und gleichzeitig gut mit Ricken zusammenarbeitet. Offenbar wurde Kehl diese Rolle nicht in ausreichendem Maße zugetraut. Eigentlich war eine Vertragsverlängerung für Kehl bereits im Herbst vorgesehen, doch diese blieb aus. Berichten zufolge soll sich die Beziehung zu Watzke abgekühlt haben, und dem amtierenden Sportdirektor wurde extern nicht ausreichend Durchsetzungskraft zugeschrieben. Watzke vollzieht einen Rückzug aus dem operativen Sportgeschäft, womit Ricken die oberste sportliche Verantwortung übernimmt. Der zukünftige Sportdirektor wird somit direkt Ricken unterstellt sein und nicht mehr Watzke. Dies soll eine neue, eindeutige Hierarchie etablieren. Watzke hat den Wunsch geäußert, einen Sportdirektor zu finden, der Rickens sportliche Vision aktiv unterstützt und nicht primär eigene Vorstellungen verfolgt. Folgende Namen werden derzeit als potenzielle Kandidaten gehandelt: **Sven Mislintat (51), Technischer Direktor:** Er wird als einer der Top-Anwärter gehandelt. Der als "Diamantenauge" bekannte Talentspäher, dessen Weg ihn nach internen Differenzen mit dem damaligen Coach Thomas Tuchel im Jahr 2017 zum FC Arsenal und später zum VfB Stuttgart sowie Ajax Amsterdam führte, ist erst vor Kurzem als Technischer Direktor zum BVB zurückgekehrt. Quellen zufolge hat er frühere Unstimmigkeiten mit Hans-Joachim Watzke beigelegt, was einer möglichen Beförderung zum Sportdirektor die Tür öffnen könnte. In diesem Kontext könnte Mislintat aufgrund seiner ausgeprägten Persönlichkeit möglicherweise als weniger passend empfunden werden, sollte eine zu starke Eigenständigkeit nicht gewünscht sein. **Markus Krösche (43), Sportvorstand Eintracht Frankfurt:** Der ehemalige Dortmunder Spieler (von 1998 bis 2001) kann in seiner aktuellen Funktion bei Eintracht Frankfurt auf Erfolge wie den Gewinn des DFB-Pokals und der Europa League verweisen. Sein Vertrag bei den Hessen läuft allerdings noch bis 2027. Ein Wechsel zum BVB würde für die Schwarz-Gelben demnach die Zahlung einer Ablösesumme erforderlich machen. **Matthias Pilawa (45), Sportdirektor Mainz 05:** Obwohl er in der Öffentlichkeit weniger präsent ist als Krösche, genießt der Sportdirektor von Mainz 05 in Fachkreisen hohes Ansehen, insbesondere für seine erfolgreiche Talententwicklung. Auch Pilawas Vertrag läuft bis zum Jahr 2027. **Sven Bender (35), Co-Trainer BVB:** Eine Option könnte die interne Besetzung sein. Der einstige "Manni" ist erst seit Anfang Januar als Co-Trainer der Profimannschaft tätig und soll schrittweise an größere Aufgaben herangeführt werden. Sein Mangel an Erfahrung in der Rolle eines Sportdirektors stellt jedoch eine Herausforderung dar. Obwohl Watzke generell Beständigkeit und die Förderung eigener Kräfte bevorzugt, scheint diese Entscheidung eher in Rickens Verantwortungsbereich zu fallen als in den Watzkes. Die endgültige Wahl wird noch von Watzke in seinem letzten Jahr als Geschäftsführer getroffen. Die Entwicklung bleibt mit Spannung abzuwarten.