Am vergangenen Samstag versammelten sich im gesamten Bundesgebiet tausende Demonstranten, um ihren Unmut über die aktuelle Energiepolitik der Regierung kundzutun. Insbesondere das geplante Heizungsgesetz und die befürchteten finanziellen Belastungen riefen starke Kritik hervor. Vor dem Berliner Reichstagsgebäude fanden sich nach Polizeischätzung etwa 2000 Personen ein, während die Organisatoren von 3000 bis 5000 Teilnehmenden sprachen. Ihre Spruchbänder trugen klare Botschaften wie "Bezahlbaren Strom und Gas", "Nie wieder frieren" und die Forderung, den "Heizungshammer zu stoppen". Bei der Protestveranstaltung, die von Initiativen wie "Zukunft braucht Werte", "Freie Linke" und der "Bürgerinitiative Vernunft und Mitte" organisiert wurde, äußerten sich die Sprecher mit deutlichen Vorwürfen gegen die amtierende Koalition. Andreas Mattfeldt, Bundestagsabgeordneter der CDU, bezeichnete die aktuelle Energieumstellung als "unfinanzierbar". Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der AfD, interpretierte die Maßnahmen als "linke Ideologie, die den Wohlstand gefährdet". In Hamburg versammelten sich nach Einschätzung der Polizei etwa 3000 Personen, während die Veranstalter bis zu 5000 Teilnehmer vermeldeten. Ihre Demonstration stand unter dem Motto "Wärme-Wende ohne Wumms" und plädierte für eine "technologieoffene und von Ideologien befreite Politik", während sie sich gegen Verbote aussprachen. Ebenso kam es in Dresden zu Protesten; dort fanden sich rund 1000 Personen auf dem Neumarkt ein, wie die Polizei mitteilte. Ihr Widerstand galt der als "Planwirtschaft der Energiewende" bezeichneten Strategie. Der zentrale Anlass für diese landesweiten Kundgebungen ist das geplante Gebäudeenergiegesetz (GEG), gemeinhin als Heizungsgesetz bekannt. Dieses sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2024 sämtliche neu installierten Heizungsanlagen zu mindestens 65 Prozent auf erneuerbare Energien setzen müssen. Für bereits vorhandene Immobilien sind dabei Übergangsregelungen und Ausnahmen vorgesehen. Kritische Stimmen äußern die Besorgnis, dass diese Gesetzgebung eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung für Eigentümer und Mieter zur Folge haben könnte und zudem das Handwerk personell und logistisch überfordert sein wird. Die Bundesregierung hingegen verteidigt das Vorhaben als unerlässlichen Beitrag, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Innerhalb der Koalition hatte insbesondere die FDP wiederholt Änderungen angemahnt und einige Nachbesserungen erwirkt, bleibt jedoch hinsichtlich der praktischen Umsetzbarkeit weiterhin skeptisch.