Bundestag beschließt Sprit-Entlastung: Die alte Tank-Strategie ist ab Juni passé
Der Bundestag hat ein umfassendes Entlastungspaket verabschiedet, welches darauf abzielt, die aufgrund des Ukraine-Krieges stark gestiegenen Kraftstoffpreise für die Verbraucher zu mildern. Eine Kernmaßnahme ist die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel, gültig für die Monate Juni, Juli und August.
Konkret bedeutet dies eine Reduzierung der Steuer um 30 Cent pro Liter Benzin und 14 Cent pro Liter Diesel. Diese Preisentlastung tritt pünktlich zum 1. Juni in Kraft. Mit dieser Neuerung ändern sich auch langjährige Tankgewohnheiten grundlegend. War es bisher oft ratsam, in den späten Abendstunden oder nachts zu tanken, um günstigere Preise zu ergattern, verliert diese Regel mit Beginn der Steuersenkung ihre Gültigkeit.
Die Steuersenkung wird einheitlich und sofort um Mitternacht des 1. Juni wirksam, was bedeutet, dass die Kraftstoffpreise an allen Tankstellen gleichzeitig deutlich fallen *sollten*. Es wird daher dringend abgeraten, noch *vor* diesem Stichtag den Tank zu füllen, da dies unvermeidlich teurer wäre. Stattdessen sollten Autofahrer bis zum 1. Juni oder sogar einige Tage darüber hinaus warten, um von den niedrigeren Preisen optimal zu profitieren.
Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der vollständigen Weitergabe dieser Steuerersparnis an die Endverbraucher. Der ADAC und weitere Fachleute warnen, dass Tankstellenbetreiber die Preisvorteile möglicherweise nicht vollumfänglich an die Kunden weitergeben könnten, ähnlich wie es bereits bei früheren Mehrwertsteuersenkungen beobachtet wurde. Da Tankstellen eventuell noch höher versteuerten Kraftstoff auf Lager haben, könnte dies die sofortige und vollständige Preisreduzierung beeinflussen. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundeskartellamt haben jedoch angekündigt, die Preisentwicklung genau zu überwachen und bei Bedarf einzugreifen. Konsumenten sind aufgerufen, wachsam zu bleiben und die Preise aktiv zu vergleichen.
Neben der Kraftstoffpreissenkung umfasst das Entlastungspaket weitere bedeutende Maßnahmen: Dazu gehören das neue 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, ein zusätzlicher Familienbonus, eine Erhöhung des Grundfreibetrags bei der Einkommensteuer sowie die Anhebung der Pendlerpauschale, die ebenfalls ab Juni wirksam werden.