Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, hat den sogenannten "Boomer-Egoismus" vehement kritisiert. Er moniert, dass die älteren Generationen durch ihre gegenwärtige Ausgabenpraxis die folgenden Generationen übermäßig belasten würden. Auf einem Event in Frankfurt hob Scheller hervor, dass ein Paradigmenwechsel von einer auf Konsum fokussierten zu einer auf Investitionen ausgerichteten Politik unerlässlich sei. Er konstatierte eine besorgniserregende Tendenz, bei der sich die Belastungen für junge Menschen stetig erhöhen, während die heutige ältere Generation auf Kosten zukünftiger Perspektiven existiert. Eine zentrale Beanstandung betrifft die zunehmende Bürde durch Renten- und Sozialleistungen, welche einen immer substanzielleren Anteil des Staatsbudgets absorbieren. Die Konsequenz daraus ist eine Reduzierung der verfügbaren Gelder für entscheidende Zukunftssektoren wie Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung. Scheller äußerte die Mahnung, dass Deutschland seinen Reichtum gefährdet, sollte es versäumen, in diese Gebiete zu investieren. Der Leiter der Prüfbehörde forderte eine offene Erörterung der Generationengerechtigkeit. Er stellte klar, dass das Ziel nicht sei, verschiedene Generationen zu entzweien, sondern eine dauerhaft tragfähige Finanzpolitik zu garantieren. Die gegenwärtige politische Ausrichtung sei kurzsichtig und würde die nachkommenden Generationen mit umfangreichen Schulden und einer veralteten Infrastruktur konfrontieren. Er plädierte dafür, auch unbeliebte Beschlüsse zu fassen und potenziell schmerzhafte Kürzungen zu akzeptieren, um die langfristige Solidität der Staatsfinanzen zu sichern. Dies impliziere auch eine kritische Begutachtung der existierenden Ausgabenposten sowie die Bereitschaft, Präferenzen neu zu definieren. Scheller drängte darauf, dass die Lage Dringlichkeit erfordere und eine Neuausrichtung des Denkens unabdingbar sei, um die Funktionsfähigkeit des Staates auch in künftigen Zeiten sicherzustellen. Schellers Aufruf richtet sich an sämtliche politische Entscheidungsträger, Verantwortung zu übernehmen und die Grundlagen für eine fairere und zukunftsgewandte Finanzstrategie zu schaffen.