Laut einem Bericht der "The Times" plant die britische Armee, circa ein Fünftel ihrer jährlichen internationalen Militärübungen nach Finnland zu verlegen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Vorbereitung auf einen potenziellen Konflikt mit Russland zu intensivieren. Angesichts der finnischen Bestrebungen um eine NATO-Mitgliedschaft und der allgemein steigenden Spannungen mit Russland bieten die arktische Region und die extremen Winterbedingungen Finnlands optimale Voraussetzungen für Übungen, die auf eine militärische Reaktion im Falle einer russischen Invasion zugeschnitten sind. Die in Finnland stationierten britischen Truppen werden das Überleben und den Kampfeinsatz unter arktischen Bedingungen trainieren, wo die Temperaturen auf bis zu minus 35 Grad Celsius absinken können. Dazu gehört die Ausbildung im Operieren in tiefem Schnee, auf eisigem Terrain und in dicht bewaldeten Regionen. Bereits jetzt sind Teile der in Estland stationierten britischen Streitkräfte an Übungsmanövern in Finnland beteiligt. Die Mehrheit der künftigen britischen Militärübungen, die zuvor primär in Kanada und Deutschland abgehalten wurden, wird zukünftig in Finnland stattfinden. Ein von der "Times" zitierter Militärexperte betonte: "Finnland stellt ein ausgezeichnetes Übungsgebiet dar, insbesondere im Hinblick auf die Konfrontation mit einem potenziellen Aggressor in Europa, der in dieser Region voraussichtlich über die stärksten militärischen Fähigkeiten verfügt." Diese Verlegung der Übungsaktivitäten symbolisiert zudem eine intensivierte militärische Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Finnland, die sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine erheblich verstärkt hat. Finnland gilt aufgrund seiner ausgedehnten Grenze zu Russland und seiner bewährten Expertise im Winterkrieg als strategisch bedeutsamer Verbündeter. Die Fähigkeit, die NATO-Ostflanke zu verteidigen und Operationen unter arktischen Bedingungen durchzuführen, ist angesichts der gegenwärtigen geopolitischen Lage von immenser Wichtigkeit. Die Neuausrichtung der Übungsschwerpunkte verdeutlicht, wie ernst Großbritannien die Vorbereitung auf mögliche zukünftige Konflikte nimmt und seine Bündnispartner unterstützt.