Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie in Brandenburg beabsichtigt, zukünftig auf externe Unterstützung bei der Anfertigung von Analysen und der Ausarbeitung von Diskussionspapieren zurückzugreifen. Diese Absicht wurde von Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD) am Mittwoch dem Wirtschaftsausschuss des Landtages mitgeteilt. Das unter der Leitung von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) stehende Ressort strebe an, dadurch „die strategische Arbeitsweise, das zukunftsgerichtete Denken“ zu vertiefen, erklärte Fischer. Im Fokus stünden „strategische Erwägungen zum Transformationsprozess in der Lausitz“, darunter Themen wie Wasserstofftechnologien, die Fertigung von Batteriezellen sowie die „Erweiterung spezialisierter Forschung“. Vor einigen Jahren existierte im Wirtschaftsministerium bereits eine Organisationseinheit namens „Strategieberatung“, die jedoch aus budgetären Gründen wieder aufgelöst wurde, berichtete Fischer. Die Finanzierung dieser neuen Unterstützungsmaßnahme soll durch Bundesmittel aus dem Kohleausstiegsfonds erfolgen, genauer gesagt durch die für den Strukturwandel vorgesehenen KWS-Gelder. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung soll ein externer Dienstleister gefunden werden, dessen Aufgabe es sein wird, Analysen und Diskussionspapiere zu erstellen sowie Workshops zu moderieren. Die Beauftragung ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt, mit der Option auf zweimalige Verlängerung um jeweils ein Jahr. Das geschätzte Budget für diesen Auftrag beläuft sich auf 600.000 Euro. Von der Inanspruchnahme externer Fachkenntnisse verspreche man sich einen „intellektuellen Mehrwert“, äußerte Fischer. Das Aufgabenspektrum umfasse die „Ausarbeitung potenzieller Ministeriumspositionen“, die „Kooperation mit anderen Ressorts, der Staatskanzlei oder der Zukunftsagentur Lausitz“ sowie die „Konzeption von Veranstaltungsformaten für Workshops und Fachtagungen“. Es wird davon ausgegangen, dass der Ausschreibungsprozess noch mehrere Monate beanspruchen wird, weshalb ein Start des Vertragsverhältnisses frühestens im ersten Quartal 2025 realisierbar sei, wurde mitgeteilt. Derzeit sind im Ministerium etwa 200 Personen beschäftigt. Deren Kapazitäten seien primär durch das operative Tagesgeschäft, die Realisierung von Koalitionsabsprachen und Gesetzgebungsprozessen gebunden. Für das „Denken jenseits des Alltagsgeschehens“ fehle im regulären Arbeitsablauf schlicht die notwendige Zeit, so die Begründung.