Am Freitag fand in Brandenburg die Vereidigung der Minister der neuen Koalitionsregierung statt, die sich aus der SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen zusammensetzt. Zuvor hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Landtag seinen Eid für seine dritte Amtsperiode geleistet. Seine Wahl zum Ministerpräsidenten war bereits am 20. November erfolgt, wobei er 45 Stimmen erhielt, während 37 Abgeordnete gegen ihn stimmten und einer sich enthielt. Im Anschluss an seine Vereidigung ernannte der 58-jährige Regierungschef seine elf Ministerinnen und Minister. Unter diesen sind auch zwei Stellvertreter: Michael Stübgen (CDU), der das Innenministerium leitet, und Ursula Nonnemacher (Grüne), die das Gesundheitsressort führt. Beide Vize-Regierungschefs wurden ebenfalls am Freitag im Landtag vereidigt. Abgesehen vom Ministerpräsidenten und der Bildungsministerin besetzt die SPD vier weitere Schlüsselpositionen: Katrin Lange übernimmt die Zuständigkeit für Finanzen und Europa, Jörg Steinbach leitet die Bereiche Wirtschaft, Arbeit und Energie, Manja Schüle ist verantwortlich für Wissenschaft, Forschung und Kultur und Britta Ernst führt das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Die CDU stellt neben Stübgen zwei weitere Minister: Guido Beermann für Infrastruktur und Landesplanung, und Susanne Hoffmann, die das Justizressort sowie die Bereiche Europa und Verbraucherschutz verantwortet. Außer Nonnemacher ist Axel Vogel von Bündnis 90/Die Grünen als Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz ernannt worden. Die Amtseide der Minister der sogenannten Kenia-Koalition – benannt nach den Parteifarben Schwarz (CDU), Rot (SPD) und Grün (Bündnis 90/Die Grünen) – wurden zuvor von der Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) abgenommen. Obwohl die SPD bei der Landtagswahl am 1. September 2019 deutliche Einbußen verzeichnete, konnte sie erneut die meisten Stimmen für sich verbuchen und ging als stärkste Partei hervor. Bemerkenswert ist, dass dies die erste gemeinsame Regierung dieser drei Parteien in Brandenburg ist. Die neu gebildete Regierungskoalition hat sich für ihre fünfjährige Amtszeit ambitionierte Ziele gesteckt. Der Koalitionsvertrag umfasst zentrale Vorhaben wie den Klimaschutz, die Bewältigung des Strukturwandels in der Lausitz infolge des Kohleausstiegs, die Verbesserung der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten sowie die Modernisierung von Schulen.