Börsen zwischen Zentralbank-Erwartungen und Konjunktursorgen: DAX behauptet sich, Ölpreise sinken
Der deutsche Leitindex DAX zeigte sich am Donnerstag mit einem moderaten Plus, konnte jedoch die Gewinne des Vortages nicht vollständig halten. Bei Börsenschluss notierte er 0,1 Prozent höher bei 18.660 Zählern. Über die gesamte Woche betrachtet, verzeichnet der Index damit einen Rückgang von 0,9 Prozent.
Die Finanzmärkte richten ihre volle Aufmerksamkeit auf die geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken. Es wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Laufe des Nachmittags ihre Leitzinsen reduzieren wird, was eine Zinswende markieren würde – die erste seit 2019. Die US-amerikanische Notenbank Fed hatte hingegen am Mittwoch beschlossen, ihre Leitzinsen unverändert zu lassen. Dies verdeutlicht eine zunehmende Divergenz in der Zinspolitik der beiden wichtigen Notenbanken.
Die Erwartungen der Investoren bezüglich möglicher Zinssenkungen durch die Fed wurden nach enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten etwas gedämpft. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor zeigte im Mai einen unerwartet starken Rückgang, was auf eine Eintrübung der Geschäftslage in diesem Sektor hindeutet. Diese Entwicklung könnte jedoch die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen wiederbeleben. Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht, der morgen veröffentlicht wird, könnte weitere Aufschlüsse über die zukünftige Richtung der Fed-Geldpolitik geben.
Nach einem deutlichen Anstieg am Mittwoch verzeichnete der Dow Jones am Donnerstag einen leichten Rückgang. Auch an der Wall Street richtet sich der Blick auf die bevorstehende Zinsentscheidung der EZB. Am vorherigen Handelstag konnte die Tesla-Aktie nach Meldungen über den angeblichen Start des Robotaxi-Verkaufs durch Elon Musk einen kräftigen Kursgewinn verbuchen.
Die Rohölpreise setzten ihre bereits zu Wochenbeginn begonnenen signifikanten Verluste fort. Ein Barrel der Referenzsorte Brent aus der Nordsee fiel unter die Marke von 79 US-Dollar. Ursachen für diesen Preisverfall sind die kürzliche Entscheidung der Opec+-Gruppe, die Ölfördermenge ab Oktober schrittweise zu erhöhen. Zudem belasten anhaltende Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Ölnachfrage aus China sowie unerwartet hohe Lagerbestände in den Vereinigten Staaten die Notierungen.
Der Wechselkurs des Euro zeigte sich am Donnerstag fester und überschritt die Marke von 1,08 US-Dollar. Bei den Kryptowährungen verzeichnete Bitcoin, die weltweit größte digitale Währung, einen leichten Abschwung. Auch der Goldpreis gab im Laufe des Donnerstags moderat nach.