BioNTech stellt Impfstoffproduktion in Marburg ein
Das Pharmaunternehmen BioNTech mit Hauptsitz in Mainz plant, seine Produktionsstätte in Marburg bis zum Ende des Jahres 2024 komplett zu schließen. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin kürzlich. Die Entscheidung sei eine direkte Folge des massiv gesunkenen Bedarfs an COVID-19-Impfstoffen und einer umfassenden Neuausrichtung der Unternehmensstrategie.
Von dieser Maßnahme sind etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen, die derzeit in der Marburger Produktion beschäftigt sind. BioNTech hat angekündigt, den betroffenen Angestellten verschiedene Optionen anzubieten, darunter Versetzungen an andere Standorte, insbesondere in Mainz, oder die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Ein detaillierter Sozialplan wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ausgearbeitet.
Das Werk in Marburg hatte während der globalen Corona-Pandemie eine entscheidende Rolle gespielt. Es war eine der Schlüsselstätten für die schnelle und großskalige Herstellung des mRNA-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer, der maßgeblich zur Bekämpfung der Pandemie beitrug. Seine Inbetriebnahme und rasche Produktionsaufnahme galten als Meilenstein in der medizinischen Notversorgung.
Trotz der Einstellung der Produktion in Marburg wird BioNTech seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort nicht aufgeben. Das Unternehmen beabsichtigt, sich zukünftig verstärkt auf die Entwicklung neuer Medikamente und innovativer Impfstoffe, insbesondere im Bereich der Onkologie (Krebsforschung), zu konzentrieren. Die Schließung der Produktion ist somit Teil einer strategischen Anpassung an die veränderten Marktbedingungen und die langfristigen Unternehmensziele.