Bildungsexperte fordert Stärkung der Schulpartnerschaft
Der Bildungspsychologe Christian Bergsmann unterstreicht die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im Schulbereich erheblich zu intensivieren. Er fordert eine gleichberechtigtere Partnerschaft zwischen Eltern und Lehrkräften, wobei die Schulleitungen die Hauptverantwortung für die Etablierung dieser Kooperation übernehmen sollen. Eine solche gestärkte Partnerschaft könnte Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, effektiver auf gegenwärtige Herausforderungen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und den Klimawandel zu reagieren.
Aktuell sei die Zusammenarbeit laut Bergsmann oft mangelhaft, vorwiegend reaktiv und erst bei Konflikten aktiv, anstatt präventiv oder proaktiv zu agieren. Schulen würden oft als zu isolierte Systeme funktionieren; es sei essenziell, diese zu öffnen und einen echten Austausch zu fördern. Ein grundlegender Kulturwandel sei erforderlich, der hierarchische Strukturen abbaut und stattdessen ein kooperatives Miteinander in den Vordergrund rückt. Insbesondere kritisiert Bergsmann die Rolle von Elternvertretern im Schulgemeinschaftsausschuss (SGA), die er oft als bloße "Alibifunktion" wahrnimmt, bedingt durch ein erhebliches Machtgefälle gegenüber der Lehrerschaft.
Zusätzlich zur Vertiefung der Partnerschaft spricht sich Bergsmann für einen Ausbau der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sowie für eine wissenschaftliche Begleitung der Schulentwicklungsprozesse aus. Auch Bildungsminister Martin Polaschek betont die hohe Wichtigkeit einer funktionierenden Schulpartnerschaft und verweist auf Initiativen wie "Schule im Aufbruch", die auf eine größere Autonomie der Schulen und deren kontinuierliche Weiterentwicklung abzielen.