Der neu ernannte Freizeitsenator Joe Chialo (CDU) beabsichtigt, sich für die Einführung von Mehrfachkarten, wie Zehnerkarten, in den Berliner Schwimmbädern einzusetzen. Er betonte gegenüber dem Tagesspiegel, dass eine „ganz offene Diskussion“ über eine derartige Lösung erforderlich sei. Aktuell bieten die Berliner Bäder-Betriebe derartige Besucherkarten für ihre Hallenbäder nicht an. Lediglich für die Freibäder existieren Saisonkarten, die zwar sehr beliebt sind, deren Nutzung jedoch auf die Sommermonate beschränkt ist. Chialo erläuterte, dass die Freibadsaison lediglich von Früh- bis Spätsommer reiche. Demnach sei es entscheidend, in den verbleibenden neun Monaten des Jahres, in denen keine Freibadsaison stattfindet, über die Attraktivität der Hallenbäder und deren Preisgestaltung zu sprechen. Angesichts der Eintrittspreise von 5,50 Euro für Erwachsene hält der Senator den Wunsch nach Mehrfachkarten oder ähnlichen Vergünstigungen für „absolut nachvollziehbar und verständlich“. Viele Familien hätten finanziell nicht die Möglichkeit, mehrmals monatlich die Bäder zu besuchen, wenn jedes Mal der volle Eintrittspreis entrichtet werden muss. Chialo kündigte an: „Eine Diskussion über solch eine Lösung ist daher notwendig, und diese werde ich auch anstoßen.“ Bereits zuvor hatte sich im Tagesspiegel auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Stettner für die Einführung von Zehnerkarten starkgemacht. Stettner forderte: „Wir benötigen für die Hallenbäder preisgünstige Zehnerkarten. Wer die Bäder häufig besucht, sollte auch von einem entsprechenden Rabatt profitieren können.“ Er sieht dringenden Handlungsbedarf, „um die Anziehungskraft der Berliner Bäder pünktlich zur nächsten Freibadsaison wieder zu steigern“. Im Koalitionsvertrag hat sich der Senat bereits auf die Einführung von Familienkarten geeinigt. Ziel ist es, „günstige Angebote für den Familienbesuch“ zu schaffen, wie es im Vertragswerk heißt. Zusätzlich werden spezielle Karten für Rentner, Auszubildende und andere Personen mit geringem Einkommen in Betracht gezogen. Senator Chialo findet mit seinem Anliegen bei Jenny Böning, der Chefin der Berliner Bäder-Betriebe, offene Ohren. Sie hatte sich bereits zuvor in einem Interview mit dem Tagesspiegel für die Einführung von Mehrfachkarten ausgesprochen. Im Februar hatte Böning geäußert: „Zehnerkarten für Erwachsene, Jugendliche und auch für Senioren wären sinnvoll.“ Sie sieht darin „ein sinnvolles Instrument, um die Attraktivität der Bäder zu erhöhen und gleichzeitig eine soziale Komponente zu berücksichtigen.“ Für die Berliner Bäder-Betriebe sind Zehnerkarten jedoch aus finanzieller Sicht nicht ohne Weiteres attraktiv. Böning erklärte: „Wir würden uns damit auf Einnahmen verzichten, die wir derzeit noch haben.“ Daher schlug sie vor, dass der Senat eine Kompensation bereitstellen sollte, falls die Einführung von Zehnerkarten beschlossen wird.