Berliner Kultursenator äußert sich nicht zu Weimers Preisablehnung
Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) hat beschlossen, sich nicht zu den Handlungen des Buchhändlers Philipp Weimer zu äußern. Weimer hatte zuvor den mit Preisgeld verbundenen Deutschen Buchhandlungspreis abgelehnt.
Seine Ablehnung begründete Weimer in einem Schreiben an Kulturstaatsministerin Claudia Roth als Ausdruck des Protests gegen eine aus seiner Sicht vorherrschende „Rhetorik der sogenannten 'Staatsräson'“, die Kritik an Israel unterbinde.
Er führte weiter aus, dass die Schaufensterauslagen seines Geschäfts, die Plakate gegen den Krieg in Gaza und für palästinensische Rechte zeigten, dazu führten, dass ein Berliner Politiker eine geplante Lesung absagte.
Auf Anfrage teilte Chialos Verwaltung mit, dass sie sich nicht zur unabhängigen Entscheidung eines Kulturschaffenden äußern werde. Dabei wurde betont, dass Kunst- und Meinungsfreiheit hohe Werte darstellen.
Der Landesverband Berlin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels drückte sein Bedauern über die Instrumentalisierung eines Preises aus und distanzierte sich von der spezifischen Begründung. Sie hoben die Wichtigkeit von Buchhandlungen als Orte des Diskurses und der Vielfalt hervor.
Weimer hatte seine Entscheidung bereits zuvor über soziale Medien öffentlich gemacht und erklärt, keinen Preis von einem Staat annehmen zu können, der seiner Ansicht nach sein Protestrecht einschränke.
Die Buchhandlung „ocelot“ ist bekannt für ihre deutliche politische Positionierung, insbesondere im Hinblick auf Israel und Palästina. Sie sah sich in der Vergangenheit bereits Kritik ausgesetzt, darunter auch Vorwürfen des Antisemitismus.