Die deutsche Regierung zeigt sich überzeugt, dass Moskau die Verantwortung für die aktuelle Serie von Cyberattacken auf deutsche Politikpersonen trägt. Zu den Opfern zählen die SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil, zusätzlich zu anderen Parlamentsmitgliedern von SPD, CDU/CSU und FDP. Ein Sprecher des Bundesministeriums des Innern informierte darüber in der Hauptstadt. Die Angriffe wurden als sogenannte Phishing-Versuche über den Kommunikationsdienst Signal identifiziert. Offenkundiges Ziel dieser Attacken waren Zugangsdaten zu Online-Diensten wie Microsoft 365. Wolfgang Büchner, der stellvertretende Sprecher der Regierung, erklärte, dass "diese Angriffe von der Bundesregierung mit größter Vehemenz verurteilt werden". Büchner fügte hinzu: "Auf Basis der Informationen der Bundesregierung und des Verfassungsschutzes ist es extrem wahrscheinlich, dass die Urheber dieser Attacken der russischen Militäraufklärung GRU zuzurechnen sind." Konkret wird die Hackergruppe APT28, die auch unter dem Namen "Fancy Bear" bekannt ist, dahinter vermutet. Büchner präzisierte, dass die deutsche Vertretung in Moskau bereits über diesen Sachverhalt in Kenntnis gesetzt wurde. Alexander Throm, der innenpolitische Fachsprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, verlangte eine "unzweideutige Reaktion" vonseiten der Regierung. Gegenüber der "Rheinischen Post" äußerte Throm: "Es ist offenkundig, dass Russland austestet, wie weit es gehen darf." Attacken auf Bundestagsmitglieder bezeichnete er als "einen Angriff auf unser demokratisches System". Claudia Plattner, die Leiterin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), unterstrich die Wichtigkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) als effektiven Schutzmechanismus. Schon in der Vorwoche hatte das Parlament seine Mitglieder vor vergleichbaren Phishing-Versuchen gewarnt. Ein Sprecher der Parlamentsverwaltung bestätigte die Ausgabe eines "Hinweises zur Sensibilisierung bezüglich des Phishing-Themas".