München (dpa) - Die Freien Wähler haben ihre Stellung bei den bayerischen Kommunalwahlen erheblich verstärkt und die Anzahl ihrer Landratspositionen nahezu verdoppelt. Sie besetzen nun 22 der 71 Landratssitze, verglichen mit zwölf vor den Wahlen. Diese Information gab Parteichef Hubert Aiwanger am Sonntag nach dem Abschluss der Stichwahlen in München bekannt. Damit wurde das ambitionierte Ziel von 20 Landräten übertroffen. «Wir sind die Partei, die den größten Zuwachs verzeichnen konnte», erklärte Aiwanger. Auch bei den Ämtern für Oberbürgermeister und Bürgermeister konnten sie zulegen, wenngleich diese Entwicklung nicht so rasant verlief. Dennoch gelang es, die Anzahl der Mandate in diesem Bereich um eine einstellige Zahl zu erhöhen. Aiwanger zufolge verkörpern die Freien Wähler am treffendsten bürgerschaftliches Engagement und eine tiefe kommunale Verwurzelung. «Das ist es, was die Menschen wollen: keine Parteipolitik, die aus Berlin nach Bayern hineingetragen wird, sondern Akteure, die ihre Politik vor Ort gestalten und ihre Entscheidungen treffen», betonte Aiwanger. Die Landratsämter gelten als entscheidende Schnittstellen für die Politik in den Landkreisen. Landräte leiten die Kreisverwaltung und repräsentieren den Landkreis nach außen. Sie werden in direkter Wahl von den Bürgerinnen und Bürgern für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Bei der letzten Kommunalwahl 2014 stellte die CSU noch 43 Landräte, gefolgt von der SPD mit elf und den Freien Wählern mit zwölf. In diesem Jahr konnte die CSU mit 40 Landräten die meisten Sitze behaupten, gefolgt von den Freien Wählern mit 22. Die SPD hält nunmehr lediglich 3 Sitze, die Grünen 2, ein Landrat gehört der ÖDP an, und 3 sind parteilos. Die vorliegenden Ergebnisse demonstrieren eine klare Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse in den bayerischen Kommunen. Die Freien Wähler haben sich als bedeutender Akteur etabliert, während traditionelle Parteien wie die SPD signifikante Verluste verzeichnen mussten.